Klaviernoten: Ella Ketterer „Adventures in Piano Technic“ (1934) mit Hörbeispielen

Ella Ketterer Adventures in TechnicHallo Ihr Lieben,

In meiner letzten Bestellung bei sheetmusicplus.com ist ein Heft der US-amerikanischen Pädagogin & Komponistin Ella Ketterer (1889-1981) in meinem Warenkorb gelandet. Ich habe mir das Notenheft genauer angesehen und einen Großteil der Stücke aufgenommen. Die Hörbeispiele und meine Gedanken zu diesen Klaviernoten könnt ihr im heutigen Artikel lesen.

Adventures in Piano Technic“ enthält 26 Stücke mit einer Länge zwischen 3 und 5 Zeilen und ist bei Theodore Presser Company erstmalig im Jahr 1934 erschienen. In den USA kostet das Heft 4,95 Dollar. In Deutschland ist es beispielsweise bei alle-noten.de zum Preis von 7,50 Euro erhältlich.

Zuerst habe ich die Stücke aus „Adventures in Piano Technic“ quergespielt und dann, beginnend mit dem Letzten, alle Stücke der zweiten Hälfte aufgenommen. Ich bin fasziniert und begeistert von diesen kleinen Kompositionen und der Art und Weise, wie die technischen Inhalte umgesetzt wurden.

Das Aufnehmen hat mir riesigen Spaß gemacht und es hat mich regelrecht gepackt, die kleinen Kompositionen möglichst perfekt einzuspielen.

01 Song of the South Wind     

02 In Church     

03 Elfin Dance     

04 Warrior Song     

05 In a Fairy Glen     

06 Little Chatterbox     

07 The Merry Little Brook     

08 March of Triumph     

09 Fairy Feet     

10 Wood Sprites     

11 At Camp     

12 A Graceful Waltz     

13 March of the Gnomes     

14 The Water Lily     

15 A Dialogue     

Als ich mit Aufnehmen fertig war, blieb ich nachdenklich am Klavier sitzen und begann kurz darauf zu recherchieren. Über Ella Ketterer und ihre Kollegen und Kolleginnen. Über Unterrichtsliteratur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Fällt euch eine deutsche Pädagogin aus dieser Zeit ein? Eine einzige? Gab es in dieser Zeit überhaupt komponierende Klavierlehrerinnen, deren Werke noch bekannt sind? Hat sich keiner für die Stücke von Komponistinnen interessiert oder haben die Stücke nicht die Kriege überstanden?

Und warum wurde in Europa so anders komponiert? So modern, avantgardistisch, oft nicht „schön & harmonisch“. Ich denke an Schönberg, Hindemith, Bartok und russische Komponisten wie Prokofjew und Chatschaturjan.

Die Briten machen da eine Ausnahme. Yvonne Madeleine Adair (1897-1989) und Alec Rowley, auch bekannt als Georges Frank Humbert (1892-1958) komponierten ähnlich zauberhafte Stücke wie Ella Ketterer und ihre amerikanischen Kollegen/innen mit Titeln von Elfen, Feen und Trollen. Der Brite Walter Carroll (1869-1955) schrieb eine Vielzahl von schönen Stücken mit Themen aus der Natur. Über alle werde ich noch berichten und ihre Stücke vorstellen.

Zurück zu den wundervollen Kompositionen von Ella Ketterer. Von der in Camden, New Jersey geborenen Amerikanerin sind – neben dem heute vorgestellten – noch zwei weitere Hefte in Neuauflagen erhältlich. Eines für Solo Piano mit dem Titel „Book of Piano Pieces“ und ein Duett-Buch für sehr junge Schüler mit dem Namen „Share the Fun„.

Ella Ketterer CollageIch bin antiquarisch in den USA fündig geworden und habe über ebay und Amazon.com drei weitere Notenhefte erstanden, die eine Vielzahl pädagogisch wertvoller & klanglich schöner Stücke enthalten: „28 Miniature Etudes“ (1938) und „Adventures in Music Land“ (1930).  Auf das Heft mit dem Titel „All Through the Year“ warte ich noch.

Wie gefallen euch die Stücke? Habt ihr Antworten auf meine Fragen?

Ein schönes Wochenende wünscht,

Eure Sandra

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6 Gedanken zu „Klaviernoten: Ella Ketterer „Adventures in Piano Technic“ (1934) mit Hörbeispielen

  1. Christine Jansen

    Liebe Sandra,

    die Stücke gefallen mir sehr, ich werde sie „einbauen“, so vielseitig, abwechslungsreich.
    Ganz heissen Dank und schönes Wochenende,

    Christine.

    Antworten
  2. Sandra Beitragsautor

    Vielen Dank, Christine! 🙂
    Ich freue mich auf Deine Erfahrungen mit den Miniaturen!

    Einen schönen Sonntag und herzliche Grüße,
    Sandra

    Antworten
  3. Susanne aus Karlsruhe

    Das sind ja wunderschöne kleine Klavierstücke, liebe Sandra. Ein echter Geheimtipp. Die Stücke klingen toll und sind abwechslungsreich. Jedes hat seinen eigenen Charakter. Mein Favorit ist der March of the Gnomes.

    Ich werde mir die Noten besorgen und ich denke, sie könnten eine Bereicherung meines Unterrichts werden.

    Liebe Grüße
    Susanne

    Antworten
  4. Susanne aus Karlsruhe

    Liebe Sandra,

    deine Frage, nach den komponierenden Klavierlehrerinnen beschäftigt mich. Mir ist nach einigem Nachdenken tatsächlich eine deutsche Klavierlehrerin aus dieser Zeit eingefallen: Käthe Volkart-Schlager (1894-1976). Bekannt ist von ihr „Zu zweit mehr Freud“, zwei Hefte mit kleinen vierhändigen Stücken für Anfänger. Die Stücke klingen hübsch, die Harmonik ist sehr interessant. Erschienen 1938 beim Süddeutschen Musikverlag. Die Hefte müsste es noch zu kaufen geben.

    Eine weitere komponierende Klavierlehrerin (jedoch keine deutsche) ist mir eingefallen: die russische Komponistin und Klavierlehrerin Jelena Gnessina. In der Russischen Klavierschule finden sich von ihr mehrere kleine Etüden.

    Überhaupt gab es früher wenig komponierende Frauen, deren Werke allgemein bekannt wurden. Spontan fallen mir nur Fanny Hensel, Clara Schumann, Nadja und Lili Boulanger sowie Germaine Tailleferre ein. Es gab sicher noch mehr. Ich denke, das hängt damit zusammen, dass Frauen allgemein im Schatten ihrer Männer standen. Clara Schumann ist die einzige dieser Frauen, die allgemein bekannt sein dürfte, aber weniger ihre Kompositionen, sondern eher die Tatsache, dass sie Pianistin und die Frau von Robert Schumann war. Fanny Hensel stand zu Lebzeiten immer im Schatten ihres Bruders Felix Mendeslssohn Bartholdy. Zu Unrecht, denn ihre Klavierstücke sind wunderschön.

    Liebe Grüße
    Susanne

    Antworten
  5. Susanne aus Karlsruhe

    Hallo Sandra,

    beim Durchblättern meiner Notenhefte habe ich weitere komponierende Klavierlehrerinnen aus dieser Zeit entdeckt:

    Felicitas Kukuck (1914-2001), ihr Klavierstück „Der Kahn“ findet sich in dem Heft „Splash. Leichte Klavierstücke vom Wasser mit dem Tastenkrokodil“.

    Janina Garscia (1920-2004), eine polnische Klavierlehrerin. Ihr Stück „Die Trommel“ ist im Vierhändigen Tastenkrokodil abgedruckt.

    Suzanne Sohet (1908-1995), eine französische Klavierlehrerin. Ihr Stück „Une vieille légende au coin du feu“ habe ich in „Pages Choisies d’hier et d’aujourd’hui“ gefunden. Ein wunderschönes, verträumtes Klavierstück. Da würde es sich lohnen, mehr über diese Komponistin herauszufinden.

    Im gleichen Heft finden sich „Un cor dans la campagne“ der Französin Marcelle Soulage (1894-1970) sowie „Les petits lutins“ von Marie Jaell (1846-1925) und „Pastourelle“ von Nicole Riffaut, zu der ich keine Angaben finden konnte sowie „Petit mystère“ von Simone Plé (1897-1986).

    Ich glaube, wenn man weiter suchen würde, dann würde man noch mehr komponierende Klavierlehrerinnen entdecken. Wenn ich noch was finde, dann teile ich es dir mit.

    Liebe Grüße
    Susanne

    Antworten
    1. Sandra Beitragsautor

      Vielen lieben Dank, Susanne!

      Dass es komponierende Klavierlehrerinnen gab, steht außer Frage. Ob und was von ihnen verlegt wurde und ob noch etwas zu bekommen ist, interessiert mich. Mit den Namen bringst Du mich auf jeden Fall weiter. Danke Dir vielmals für die Mühe!

      Aber erst einmal kommt der nächste Artikel dran. 🙂

      Liebe Grüße,
      Sandra

      Antworten

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