Erste Klavierstunde #2 – Spielen nach Zahlen / Gefühl für Taktarten bekommen

© Pakhay Oleksandr - fotolia.comHallo Ihr Lieben,

ich habe mir etwas Neues ausgedacht. Für die erste Klavierstunde oder für Zwischendurch. Spielen nach Zahlen. Aber wirklich nur nach Zahlen. Ohne Noten – und deshalb wunderbar geeignet, um die allererste Klavierstunde mit einem älteren Kind, Jugendlichen oder Erwachsenen zu bestreiten. Mit ganz viel Musik. Was die Schüler noch alles dabei üben und entdecken können, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Wie kam es zu der Idee?

Beim Klavierspielen läuft vieles parallel ab. Tonhöhe lesen, Tonlänge erkennen und sinnvolle Fingersätze verwenden. Den Takt verstehen und seine Schwingung fühlen. Die Form des Stückes verstehen und musikalisch gestalten – all das mit zwei Händen, die teilweise völlig verschiedene Dinge machen.

Das ist eine immense Herausforderung für das Gehirn. Aus dem Grund sollte man meiner Meinung nach die verschiedenen Bausteine des Klavierspielens möglichst individuell üben.

Zwei Dinge kommen dabei oft zu kurz. Erstens die Verknüpfung, welche Zahl zu welchem Finger gehört und zweitens, verschiedene Taktarten im Vergleich zu hören, zu spielen und ihre Unterschiede zu verstehen.

In den letzten Wochen habe ich bemerkt, dass ein paar meiner Schüler immer wieder die Finger der linken Hand durcheinanderbringen. Wir haben das ja auch nie explizit geübt. Lern man ein Stück, liegt die Aufmerksamkeit immer zu allererst bei den Tönen. Vorgeschlagenen Fingersätze werden oft übersehen und vielen ist gar nicht nicht bewußt, dass Fingersätze beim Lernen und Spielen helfen können.

Ein zweiter Punkt, den eigentlich keine mir bekannte Klavierschule behandelt ist, ein Gefühl für die verschiedenen Taktarten zu bekommen bzw. dies zu üben. Die von den meisten Leuten gehörte Musik ist fast immer im Vierertakt. Besonders Dreiertakte fallen vielen meiner Schüler schwer. Immer wieder kommt es vor, dass aus einem Dreiertakt ein Vierertakt gemacht wird, indem noch ein vierter Pulsschlag abgewartet wird.

Trenner rot 1Mit der heutigen Idee kann man beides üben. Ich habe vier kleine Melodien komponiert und sie als Zahlenfolge aufgeschrieben. Einmal für die rechte und einmal für die linke Hand. So trainiert man, die Fingernummer mit dem dazugehörigen Finger zu verbinden. Die Bindestriche sind als Haltebogen zu verstehen. Der Ton wird nicht noch einmal erneut angeschlagen. Die blauen Striche dienen der besseren Orientierung. Es sind keine Taktstriche. Jeder Ton dauert einen Takt.

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Der Lehrer spielt eine Begleitung dazu. Am gleichen Klavier oder an einem zweiten Instrument. Der Schüler hält die einzelnen Töne zwei, drei, vier oder sechs Pulsschläge lang. Hier ist es natürlich sinnvoll, mitzuzählen.

Ich habe als Inspiration Begleitungen für die erste Melodie notiert. In allen vier Taktarten. Mit dem Zweiertakt würde ich allerdings nicht anfangen. Zweiertakte haben in der Regel einen energetischen, bewegten und drängenden Charakter. Mit zwei Pulsschlägen pro Ton bleibt dann nur wenig Zeit, den nächsten Ton zu finden. Für die Aufnahmen danke ich meiner Schülerin Julia Holst für’s Ausprobieren.

2er-Takt
CD klein

2er Takt     

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3er-Takt
CD klein
3er Takt     

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4er-Takt
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4er Takt     

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6er-Takt
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6er Takt     

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kostenlose Noten & Unterrichtsmaterialen im PDF-Format

Spielen nach Zahlen – linke Hand (Querformat)
Spielen nach Zahlen – rechte Hand (Querformat)
Spielen nach Zahlen – Begleitharmonien
Begleit-Inspirationen (Noten)

weitere Ideen:

  • Die erste, zweite und vierte Melodie kann man in allen sieben verschiedenen Dur-Fünftonräumen spielen lassen. So kann der Schüler die Stimmungen der Dur-Tonarten entdecken.
  • Fast jeder Schüler dürfte Lust bekommen, die Melodien selbst zu begleiten (Material dazu folgt in einem der nächsten Artikel).
Eure Sandra

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3 Gedanken zu „Erste Klavierstunde #2 – Spielen nach Zahlen / Gefühl für Taktarten bekommen

  1. Julia

    Liebe Sandra, das hört sich nach einer tollen Idee an. Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren. Taktarten und ihre Unterschiede spüren und kennenlernen ist zur Zeit ein großes Thema bei meiner ältesten Schülerin (sie ist Ende 70), da kommt diese Idee gerade recht. Vielen Dank! Julia

    Antworten
  2. Susanne aus Karlsruhe

    Eine super Idee, liebe Sandra! Besonders gefällt mir, dass man hier gleich mehrere Dinge üben kann – das Gefühl für Fingersätze und das Empfinden für Taktarten. Gleichzeitig kann man mit diesen kurzen Übungen den Unterricht auflockern.

    Ich habe mir die Noten gerade ausgedruckt und werde es bei passender Gelegenheit im Unterricht ausprobieren.

    Einen guten Start in die neue Woche wünscht dir
    Susanne

    Antworten
  3. Carina

    Eine prima Idee!

    Ich hab die erste Melodie gestern mit einer Erwachsenen in einer Probestunde gespielt. Die Begleitung habe ich aber lieber in Vierteln gespielt. Meiner zukünftigen Schülerin hat es sehr gut gefallen!

    Jetzt warte ich also auf das Begleit-Material…. 😉

    Carina

    Antworten

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