Gedanken zum Unterrichten #1

© John Smith - fotolia.comHallo Ihr Lieben,

ein pädagogisch sehr anregendes Wochenende bei Susanne Hoy in Karlsruhe ist vorbei und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Klavierlehrer-Treff. Zum heutigen Artikel hat mich eine sehr schöne Diskussion innerhalb dieser Runde inspiriert. Ich möchte einen kleinen aber meiner Meinung nach sehr wichtigen Gedanken mit euch teilen, der viel in eurem Unterricht bewegen könnte.

Was sagt ihr eigentlich direkt nachdem euch ein Schüler ein Stück vorgespielt hat? Nachdem er oder sie sich mit vielleicht viel Enthusiasmus und Freude – oder aber auch mit einem unguten Bauchgefühl oder sogar ein wenig Angst – auf den Präsentierteller begeben hat. Mal gut vorbereitet und mal nicht – wenn keine Zeit oder keine Lust zum Üben war.

Ich sage immer und ohne Ausnahme: „Danke!“

Und das meine ich auch so. Authentisch und wertschätzend. Ich finde, es ist eine großartige Leistung, mir etwas vorzuspielen. Besonders für meine erwachsenen Schüler, bei denen ich oft die Finger zittern sehe und die mir immer wieder sagen, wie nervös sie sind, wenn sie vorspielen. Nicht jeder ist eine Rampensau und genießt es, im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen.

Wenn ich Unzufriedenheit in dem Gesicht eines Schülers sehe, frage ich immer, ob er oder sie noch einmal spielen möchte. Wenn es etwas Dringendes zu korrigieren gibt, spreche ich das natürlich vorher an. Aber ansonsten kommentarlos einfach noch einmal von vorn. Vorspielen ist Übungssache und oft klappt es beim zweiten Mal besser, weil die Situation nicht mehr so angespannt ist.

Und auch dann sage ich: „Dankeschön!“ Auch kombiniert mit einem Adjektiv wie: „Wunderschön, vielen Dank!“ oder „Sehr stimmungsvoll, Danke!“ oder auch mit einem Schmunzeln: „Sehr interessant, Danke!“ (wenn einige der notierten Töne durch Alternativen ersetzt wurden.)

Es ist bewundernswert, ein Instrument zu lernen, regelmäßig zu üben und Geld für den Unterricht auszugeben. Dadurch bekommen wir Musikpädagogen eine Aufgabe, fühlen uns gebraucht und wichtig. Und nicht zuletzt bezahlen wir davon unsere Miete. Und dann bekommen wir auch noch etwas vorgespielt. Vielen Dank dafür!

Eure Sandra

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4 Gedanken zu „Gedanken zum Unterrichten #1

  1. Thomas

    Von der Seite habe ich das noch garnicht gesehen. Cool.
    Mein Klavierlehrer sagt zwar nicht Danke und ist etwas zurückhaltender mit Bemerkungen, aber ich merke, dass er sich freut wenn ich ein schwierigeres Stück auch endlich schaffe.
    Übrigens. Die zittrigen Hände hatte ich beim letzten Unterricht auch wieder.
    Ich bin beruhigt, dass es anderen auch so geht.
    LG
    Thomas

    Antworten
    1. Sandra Beitragsautor

      Lieber Thomas,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! 🙂
      Ich selbst war auch immer furchtbar nervös vor meinen Klavierstunden. Irgendwie gehört das wohl dazu und zeigt auch einen gesunden Respekt vor dem Lehrer und dieser speziellen Situation.

      Mich würde interessieren was passiert, wenn Du Dich regelmäßig bei Deinem Lehrer bedankst. Zum Beispiel: „Vielen Dank für den Unterricht. Das war wirklich wirder ganz spannend.“ oder „Vielen Dank für diese Idee.“ oder natürlich „Danke fürs Vorspielen!“ wenn Du ein neues Stück vorgespielt bekommst.

      Irgendwie finde ich den Gedanken ganz spannend. 🙂

      Liebe Grüße aus Mannheim,
      Sandra

      Antworten

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