Leichter Noten lernen mit bunten Noten?

farbige Noten, bunte Noten, Noten lesen, Noten lernen, Tiernamen, Noten lernen kleine Kinder, Notenlesen, Notenlernen, Klavierschule, KlaviermethodeIch grüße euch ganz herzlich aus Portugal, wo ich mir derzeit den kühlen Wind des Atlantischen Ozeans um die Nase wehen lasse. Weit und breit gibt es kein Klavier und so habe ich wieder einmal die Gelegenheit, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Ein Thema geht mir derzeit nicht aus dem Kopf und mich interessiert eure Meinung dazu.

Vor ein paar Tagen habe ich in dem britischen Shop musicroom.com nach Notenheften gestöbert. Dabei ist mir die Klavierschule „Playing with Colour“ von Sharon Goodey (Alfred UK) aufgefallen, die mit farbigen Noten arbeitet. Das Konzept zielt darauf ab, die Farbe einer Note mit einem bestimmten Finger zu verbinden. Zum Beispiel wird die Verwendung des Daumens mit der Farbe rot dargestellt.

Um es vorweg zu nehmen: dieses Konzept finde ich uninteressant. Über die Farbe wird der Finger bestimmt und nicht die Note. Somit handelt es sich um eine Alternative zu Fingersätzen, die in Klavierschulen für sehr junge Kinder benutzt werden, um Notenschrift les- und verstehbar zu machen. Denn Fakt ist, bis zu einem gewissen Alter sind Noten für Kinder zu abstrakt, um dechiffriert zu werden.

Deshalb arbeiten viele Klavierschulen für junge Kinder mit Fingerzahlen (Fingersätzen), die mehr oder weniger weit entfernt vom Notenkopf notiert werden. Die Lage der Hand wird bestimmt und das Kind spielt nach Zahlen. Damit soll das Thema Notenschrift auf sanfte Weise eingeführt werden. Der Fokus liegt dabei aber auf der Zahl bzw. dem Finger und nicht auf der Note.

Eine weitere Inspirationenfür die heutige Idee kam von der Klavierschule „Tales of Musical Journey“ von Irina Gorin, die Tierarten mit Notennamen verbindet. Carina hat diese Klavierschule entdeckt, die hoffentlich bald in deutscher Sprache erscheint. Tierarten mit Notennamen zu verbinden gefällt mir sehr. Irina Gorin verwendet für das „C“ die Katze (Cat). Im Deutschen fallen mir das Chamäleon und der Chinchilla ein. Beides keine Tiere, die ich mit einer bestimmten Farbe verbinde. Deshalb habe ich mich für das „C“ von Carina inspirieren lassen. Sie hat mir von der Idee erzählt, diesen Ton mit dem Namen Caesar zu verbinden. Der König der Tiere – ein Löwe ist das Tier dazu. Wunderbar!

farbige Noten, bunte Noten, Noten lesen, Noten lernen, Tiernamen, Noten lernen kleine Kinder, Notenlesen, Notenlernen, Klavierschule, KlaviermethodeDie Methode „Erziehung zum absoluten Gehör“ von Nayouki und Ruth Taneda (Schott) arbeitet ebenfalls mit Farben. Hier ist jedem Ton eine Farbe zugeordnet. Ich habe mich noch nicht mit dieser Unterrichtsmethode beschäftigt, da ich keine so jungen Schüler unterrichte und keine Notwendigkeit darin sehe, zum absoluten Gehör zu erziehen.

Die Little Piano School  für Kinder von 2 – 6 Jahren arbeitet mit farbigen Bausteinen und es gibt einige Notenhefte mit populären Liedern, die über Farben anstatt Noten gelernt werden sollen. „Klavierspielen superleicht“ (klangsalon.de) ist ein Beispiel dafür.

Ein Blick über den Tellerrand: Notenhefte mit farbigen Notenköpfen sind für Glockenspiele erhältlich. Eine Gitarrenschule mit farbigen Noten gibt es auch bereits. (bunte-noten.de).

Kindgerechtes Notenlesen mit bunte Noten und Tieren?

Eine Verknüpfung von farbigen Noten und Tieren macht Notenlesen noch leichter. Das Tier und dessen Name beginnen mit dem gleichen Buchstaben. Das „D“ ist blau wie der Delfin Daniel. (Die Ausnahme ist der Löwe Caesar.) Das hilft, sich den Notennamen zu merken. Tiere mit dem Artikel „der“ haben männliche Namen. Tiere mit dem Artikel „die“ weibliche.

Die Farbe der Note wird mit dem Tier verknüpft und somit kann die Note benannt und entschlüsselt werden. (Zum Vergrößern bitte aus das Bild klicken.)

farbige Noten, bunte Noten, Noten lesen, Noten lernen, Tiernamen, Noten lernen kleine Kinder, Notenlesen, Notenlernen, Klavierschule, KlaviermethodeHeidi ist übrigens eine Heuschrecke und kein Grashüpfer!

Findet ihr diese Idee spannend? Kann man daraus etwas machen? Eine Notenleseschule mit hübschen Liedern zum Beispiel? Auch für den F-Schlüssel?

Eure Sandra

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10 Gedanken zu „Leichter Noten lernen mit bunten Noten?

  1. Julia

    Hallo Sandra, ich habe gute Erfahrungen mit farbigen Noten und Tiernamen gemacht. In meiner „Lieblingsklavierschule“ Tastenzauberei wird auch so gearbeitet und es gab bisher noch keine Probleme, wenn die Noten irgendwann mal nicht mehr selbst angemalt werden. Das macht der Schüler immer selber, es ist nur einmal farbig gedruckt, wenn die Noten neu vorkommen. Farbige Noten in Verbindung mit einem bestimmten Finger finde ich problematisch. Was ist, wenn der Finger nicht mehr auf „seiner“ Farbe spielt? Oder habe ich da jetzt einen Denkfehler? Viele Grüße, Julia

    Antworten
    1. Sandra Beitragsautor

      Danke für Deinen Kommentar, Julia!
      Einen Band der Tastenzauberei-Klavierschule habe ich mir gerade ausgeliehen, ich muss gleich noch einmal hineinschauen! Danke für den Tipp!

      Ich halte die Verbindung zwischen Finger und Ton für ein ganz großes Problem beim Klavierspielen bzw. -lernen. Auf keinen Fall sollte es, meiner Meinung nach, eine Verbindung zwischen Finger und Farbe geben. Das relative Notenlesen zu fördern ist viel wichtiger. 🙂

      Viele Grüße und einen guten Start in die neue Woche,
      Sandra

      Antworten
  2. Susanne aus Karlsruhe

    Vom Spielen mit farbigen Noten halte ich nicht viel. Wie du selbst in deinem Kommentar zu Julias Beitrag schreibst, liebe Sandra, ist es wichtiger, das relative Notenlesen zu fördern. Farbige Noten helfen nur scheinbar. Die Schüler orientieren sich an den Farben, die Position der Noten im Notensystem ist dabei uninteressant. Für begabte Schüler mag es kein Problem sein, auf normale schwarze Noten umzusteigen. Aber weniger begabte Kinder und vor allem Kinder, die Probleme mit dem räumlichen Denken haben, werden sich an die Farben klammern und den Sprung zur den schwarzen Noten nur schwer schaffen. Ganz übel ist es, wenn man dann noch die Klaviertasten mit farbigen Aufklebern versieht. Dann macht man des dem Kind noch schwerer, auf normale Notation umzusteigen.

    Sehr schön finde ich die Idee mit den Tieren. Mit dieser Methode unterrichte ich auch meine Vorschulkinder und Erstklässler. Die Namen der Tiere und Figuren sind die Notennamen (Die kleinen Kinder kennen ja die Buchstaben noch nicht). So gibt es den Clown „Ce“, Delphin „De“, Elefant „E“, Frosch „Ef“, Gespenst „Ge“, Affe „A“ und Hase „Ha“. Mit den Tieren lernen die Kinder die Namen der Tasten und die Reihenfolge der Notennamen. Auch die Notenschlüssel sind nach den Tieren bzw. Figuren benannt. So gibt es einen „Gespenster“-Schlüssel und einen „Frosch“-Schlüssel.

    Mit der Methode „Erziehung zum absoluten Gehör“ habe ich ich vor vielen Jahren einmal befasst. Hab mir die Bände im Musikgeschäft angeschaut. Ich halte davon nichts. Die Kinder werden darauf dressiert, dass einem bestimmten Ton eine bestimmte Farbe zugeordnet ist. Wenn zB das C = rot, dann muss das Kind immer dann, wenn der Ton „C“ gespielt wird, einen roten Ball werfen. Und so weiter. Das ist die reinste Dressur, hat aber nicht viel mit Musik zu tun. Irgendwann, nach vielen Wochen, darf das Kind dann auch mal ein Lied spielen.

    Ich lasse meinen kleinen Anfänger zunächst Lieder nach Gehör spielen, das ist viel sinnvoller und macht den Kindern Spaß. Zunächst singe ich mit den Kindern das Lied, dann zeige ich es auf dem Klavier und wir singen dazu. Über den Text des Liedes prägt sich das Kind die Melodie besser ein, als bei einem reinen Instrumentalstück. Und ich improvisiere mit den Anfängern. Das Notenlernen läuft dann – je nach Begabung – nebenbei.

    Antworten
    1. Sandra Beitragsautor

      Vielen Dank für Deine vielen Gedanken und Ideen, Susanne!

      Ich glaube, den Zweck dieser Lernmethode habe ich nicht deutlich genug gemacht:
      Es geht darum, Notenlesen für wirklich junge Kinder zu fördern, für die richtiges Notenlesen zu abstrakt ist. Bisher wird in Klavierschulen, also in der Vorstufe, mit Fingersätzen gearbeitet.
      Die Kinder lesen also die Zahlen, die für meinen Geschmack oft zu weit vom Notenkopf entfernt sind. Zahlen lesen ist eigentlich auch nicht kinderfreundlich und ähnlich abstrakt wie Notenlesen. Deshalb die Idee mit den farbigen Noten. Statt Fingersätze. Wirklich nur für ganz junge Kinder. Für die auch relatives Notenlesen noch viel zu weit weg ist. 😉

      Viele Grüße, Sandra

      Antworten
      1. Susanne aus Karlsruhe

        Danke für deine Antwort, Sandra,

        ich hatte das Konzept tatsächlich falsch verstanden. Ich lasse sehr kleine Kinder zunächst nur mit einem Finger nach Gehör spielen. Daher sind in dieser Phase für mich Fingersätze auch nicht notwendig.

        Liebe Grüße
        Susanne

        Antworten
    1. Stephan

      Das frage ich mich auch. Denn meine jüngsten Gitarrenschüler sind nicht älter als die Schüler meiner Klavierkollegen. Ich kenne das Problem nicht, Noten wären zu abstrakt. Das dürfte leider weniger an meiner Genialität liegen, sondern dass man bei Gitarre wegen der motorischen Schwierigkeiten, die Noten mit einem deutlich geringeren Lerntempo lernt. Ich würde mal darauf tippen, dass bei Klavier das Notenbild für manches Kind zu schnell zu komplex wird.

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  3. Tamara

    Hallo allesamt.
    Durch Zufall auf diese Seite heute gestoßen, was für ein Glücksfall!
    Ich war seit längerem schon auf der Suche nach weiteren Anregungen für die kleinen Kinder.
    Auch im Gespräch mit Musikschullehrern hatte ich vor, mich nach Alternativen umzusehen. Mit Farben und Tieren bin ich bis jetzt ebenso gut dran gewesen und kann auch nur meine Empfehlung für diese „Strategie“ aussprechen. Für die Förderung und die Erhaltung der Motivation ist das super! Die Gedanken der anderen Leser hier im Blog kann ich auch nachvollziehen. Dennoch, warum nicht, wenn der Erfolg zu sehen ist?

    Liebe Grüße

    Antworten
    1. Stephan

      Hm. Ich habe einen ähnlichen Kommentar auf meinem Blog, mit dem ein Link auf eine ähnlich gestrickte Seite gesetzt wird. Aber für Konzertgitarren im Schülerbereich. Leider tauchen da auch Gitarren auf, die man nicht guten Gewissens empfehlen sollte, weil der Qualität des Aldiangebotes gleichwertig. Ich fand den zwar ein wenig komisch. Aber nachdem ich hier auch so einen Kommentar finde, frage ich mich, ob hier reale Personen schreiben, oder die Blogs missbraucht werden.
      Die Seite, die bei mir verlinkt wird, hat ein Impressum, die auf netpadrino.com verweist, die als SEO-Firma arbeitet. Eigentlich ist der Kommentar eine Form von SPAM.
      Vielleicht einfach den Link unbrauchbar machen? Insbesondere, weil google vielleicht auf solche Links allergisch reagiert und das Blog abwertet.

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      1. Sandra Beitragsautor

        Vielen Dank für den Hinweis, Stephan!
        Der Link ist jetzt entfernt.

        Herbstliche Grüße nach Frankfurt,
        Sandra

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