Update Spielwiese 2014

© Carina GrüneEs ist in den letzten Monaten einiges ins Rollen gekommen. Ich habe Neues probiert und Ideen entwickelt – das schriftliche Formulieren von Unterrichtszielen (Meine Spielwiese 2014) kann ich nur empfehlen! So ist die aktuelle Lage:

1. Eine positive Unterrichtssprache verwenden und besser quittieren

Ich formuliere Lob und Kritik noch bewusster als vorher. Ich versuche zuerst, die Entwicklung innerhalb der Woche zu loben. Da ich die Stunden protokolliere, kann ich dies ganz gut bewerten. Vorausgesetzt ich schaue auch darauf, das verpeile ich manchmal. 🙁 Anschließend lobe ich gelungene Stellen und versuche darauf aufzubauen. Ich bemühe mich keine direkte Kritik zu äußern, sondern mache den Schüler auf ein noch nicht bewältigtes Detail aufmerksam. Das hast du geschafft und jetzt versuch dies mal. Die Sprachtipps in „Coffee with Ray“ fand ich sehr hilfreich. Ich suche noch nach ein paar schönen Formulierungen… Ich habe ein paar Bücher zum Thema Kommunikation mit Kindern auf meiner Wunschliste, mal schauen wann ich dazu komme.

2. Meine Schüler durch ein besseres Lesen unabhängig machen

Nach den Ferien möchte ich meinen Schülern mit dem „One Minute Club“ (susanparadis.com) einen guten Start ins Schuljahr ermöglichen. Dabei zeige ich Notenkarten und der Schüler benennt und spielt die Töne auf Zeit. Es wird unterschiedliche Level geben, in denen der Tonumfang wächst. Die Zeiten werde ich sichtbar aufhängen, so dass es zu einem kleinen Wettkampf unter den Schülern kommen kann. Die Schüler werden sich für das häusliche Training eigene Karten basteln oder kaufen, z. B. diese hier. Und schwupps ist das Notenlesen wieder sicher! Anschließend möchte ich die Intervalle besprechen und damit das relative Notenlesen trainieren. Vielleicht mache ich das aber eher im Gruppenunterricht. Ausgewählte „Eckdaten“ wie Tempo, Charakter, Form, Tonart, Taktart, höchster/tiefster Ton und Notenwerte werde ich zu Beginn eines neuen Stückes mit dem Schüler besprechen. Damit gewinnt der Schüler einen ersten Eindruck und ein unsicheres Kind kann sein anfängliches Zögern verlieren.

3. Das Konzept überarbeiten

Mein „Tastenzauber“-Konzept für die musikalische Früherziehung am Klavier nimmt Gestalt an. Momentan entwickle ich neben dem Unterricht mit, nach den Sommerferien wird es die 2. Generation geben. Für die späten Anfänger (4.-5. Klasse) habe ich ein paar Stücke in andere Lagen transponiert und dadurch kleinere Lücken vom zweiten Band „Meine Allerersten Tastenträume“ von Anne Terzibaschitsch geschlossen. Wie es weiter geht, werde ich in den Ferien überlegen. Einige Noten habe ich in den USA bestellt, doch auch „Tierisch Klavierisch“ (Karin Groß) könnte ich mir vorstellen.

Von der Klavierschule “ Meine Allerersten Tastenträume“ bin ich begeistert, die ersten beiden Bände sind aktuell meine Basis-Methode. Ich suche noch etwas für erwachsene Anfänger. Ich denke da an die Klavierschule von Michael Aaron oder  die „Klavierschule für Erwachsene“ erschienen bei Hal Leonard, habt ihr vielleicht noch eine Idee oder Erfahrungen mit beiden Methoden?

4. Kurse und Workshops anbieten

In den Ferien will ich ENDLICH dieses Thema in Angriff nehmen, viele Jahre schwirrt es nun durch meinen Kopf. Für die Anfänger bis ca. 3. Klasse möchte ich eine Gruppe zum Lernen von Noten und Notenwerten anbieten. Ich habe Würfelspiele in amerikanischen Blogs gesehen, da sind Fragen zu beantworten oder Aufgaben zu lösen. Z. B. einen Rhythmus klatschen oder eine bestimmte Taste am Klavier zu spielen. In der Gruppe gespielt sorgt es für einen Wettkampfcharakter und macht zusammen bestimmt viel Spaß! Für die 4.-6. Klasse soll es einen Theoriekurs (Intervalle, Dreiklänge, Tonleitern und Quintenzirkel) geben, damit sie in unseren Stunden und im normalen Musikunterricht ein sicheres Wissen haben. Für die Großen überlege ich noch. Vielleicht berühmte Klavierstücke? Noten mitlesen, unterschiedliche Interpretationen hören und etwas Musikgeschichte… Das Popsong-Bearbeiten mache ich mit einigen bereits im normalen Unterricht. Wir lernen gerade Leadsheet-Spiel, das ist richtig super!

5. Warm-ups einführen

Mit einigen Schülern spiele ich momentan alle 5-Finger-Lagen in Dur und Moll. Neben den Lagen lernen sie dabei die richtige Finger-Positionierung (schwarze Taste = in die Tasten rutschen) und kräftigen ihre Finger. Ein paar Tonleitern haben wir auch besprochen. Wie ich da genau vorgehen werde muss ich mir noch überlegen. Interessant finde ich die „Just picture it„-Serie (pianoanne.com), doch ich werde nicht alles übernehmen.  Die „Dozen a day„-Hefte (Edna Mae Burnam) benutze ich auch und finde, dass sie gut ankommen. An diesen Stücken lassen sich gut Bewegungen, Rhythmus und Artikulation üben. Die Kürze der Übungen hilft, dass sie selbst in 30 min Stunden noch Platz finden. Ich folge nicht dem „Dutzend jeden Tag“, sondern gebe zeitgleich nur 1-2 Stücke auf.  Ist die Gruppe (12 Übungen) gelernt, spielen wir sie als Wiederholung noch einmal komplett durch.

6. Schüler im Fokus

In den nächsten Tagen möchte ich durch den „Schüler-Check“ einen Überblick über meine Klasse bekommen.

  • Wo steht jeder Schüler, brauchen wir bald ein neues Heft?
  • Was wird ihn musikalisch ansprechen?
  • Wie sieht es mit seinen Übe-Gewohnheiten aus? Ist es genug und effektiv?
  • Braucht er da einen kleinen Motivationsschub?
  • Welche Hindernisse hab ich in den letzten Wochen notiert und wie können wir sie beheben?

Nächstes Schuljahr werde ich zu jedem Schüler ein paar Infos in einem Klassenbuch notieren. Die abgeschlossenen Stücke, ob und was er im Konzert gespielt hat, welche Lernfelder wir gemacht haben und wie das Üben läuft. Damit kann ich Ende des Unterrichtsjahres relativ einfach eine Art Zeugnis erstellen. Ich möchte keine Noten geben, sondern die Entwicklung, Leistung und Mitarbeit des Schülers zusammenfassen und bewusst machen. Ein bis zwei verbesserungswürdige Punkte kann ich als Wünsche für die Zukunft anmerken.

7. Komponieren

Sandras Tipps zum Komponieren *klick* setzte ich gerade mit einer Schülerin um. Es ist ganz schön spannend, da das Ergebnis ja unbekannt ist. Die Schüler lernen die Musik von einer neuen Seite kennen und benutzen die Notation anders als gewohnt. Sie können sich einfach mal ausprobieren. Eine gute Vorbereitung ist definitiv von Vorteil um die unendlichen Möglichkeiten etwas einzugrenzen. Sandra hat hier über die „Music by me“-Serie geschrieben, da hab ich mir die ersten drei Bände bestellt. Mal schauen, wie sich das entwickelt!

Habt ihr auch Ideen, die ihr nach den Ferien umsetzten wollt? Habt ihr bereits Erfahrungen gemacht und Tipps, die ihr teilen möchtet? Ich wünsche euch schöne und erholsame Ferien und melde mich im August zurück!

Carina

Mehr über Carinas Arbeit erfahrt ihr auf www.pianostudioratingen.de


Anzeige
Zum Shop von ZauberKlavier

Ein Gedanke zu „Update Spielwiese 2014

  1. Julia

    Hallo Carina, tolle Ideen! Ich werde mir ein paar Sachen „abschauen“. Ich unterrichte übrigens gerne meine Erwachsenen, die ganz ohne Vorkenntnisse kommen, ganz am Anfang mit der Klavierschule „Tastenzauberei“.Natürlich ist sie für Kinder gedacht, aber ich habe für Erwachsene bisher nichts gefunden, was mich wirklich überzeugt: Die Lernschritte dürfen nicht zu groß sein und die Stücke sollen gut klingen. Ich mag die Hefte einfach! Also dürfen sich die Erwachsenen aussuchen, ob sie lieber ein Heft für Erwachsene wollen…
    Werden die Kurse und Workshops angenommen, funktioniert das zeitlich bei den oft so ausgebuchten Kindern. Ich habe auch schon darüber nachgedacht…

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.