Hermann Heimeier „Pop for Beginners“ #1 (mit Hörbeispielen)

© Sandra LabschHeute und im folgenden Artikel möchte ich Euch die „Pop for Beginners„-Hefte von Hermann Heimeier vorstellen. Ich habe die Noten vor ein paar Monaten zufällig beim Stöbern auf der Amazon-Seite entdeckt und direkt bei notenkorb.de bestellt. Der notenkorb VERLAG ist der Eigenverlag des Komponisten mit Sitz in Beelen, welches sich im Münsterland (Nordrhein-Westfalen) befindet.

Neben First PianoPop ist Pop for Beginners und RockBallads in je drei Bänden erschienen. Jedes Heft kostet 12,90 Euro. Alle drei Bände eines Konzeptes bekommt man als Set zum Sonderpreis von 32,90 Euro. (Warum gilt hier keine Buchpreisbindung?) Natürlich konnte ich dem Setpreis nicht widerstehen und habe mich für „Pop for Beginners“ entschieden, die vom Schwierigkeitsgrad mit den „Easy Pop„-Heften von Daniel Hellbach vergleichbar sind. (Band 1 hatte ich Euch in diesem Artikel vorgestellt.)

Nachdem ich alle drei „Pop for Beginners“-Hefte durchgespielt fällt es mir schwer, mit wenigen Worten zu beschreiben, was ich über die Stücke denke. Manche gefallen mir wirklich gut, bei manchen glaube ich nicht, dass meine Schüler sie ohne Probleme spielen könnten. Besonders die Zweistimmigkeiten finde ich manchmal überflüssig und teils problematisch (dazu später mehr). Bei einigen Stücken hätte ich mir gewünscht, sie wären so komponiert worden, dass sie mit Pedal spielbar sind. Am interessantesten finde ich die außergewöhnlichen Rhythmen. Die Hörbeispiele aus dem zweiten Heft sind dazu sehr aufschlussreich. Wer zum Thema Rhythmus (relativ) leichte und kurze Stücke sucht, ist mit den Pop for Beginners-Heften hervorragend bedient!

Ich verbinde den Begriff „Pop-Piano“ mit Stücken, die mit Pedal gespielt werden können. Und Hermann Heimeier komponiert Stücke, die nicht mit Pedal gespielt werden sollen. Bei einigen Stücken habe ich das Problem, dass sie mir ohne Pedal nicht gefallen – mit Pedal aber auch nicht. Was ist die Alternative? Hall (Reverb)? E-Pianos haben den zu bieten (bei vielen lässt er sich auch nicht abschalten). Ich glaube, die Stücke klingen mit (teils viel) Hall am Besten. Was macht man aber an akustischen Instrumenten? Insgesamt wurden meine Erwartungen also nicht erfüllt. Von Klavier-Pop-Musik habe ich andere Vorstellung.

Aus dem ersten Heft habe ich folgende Hörbeispiele eingespielt:

© Sandra Labsch - Scan

Let's Start! (ohne Pedal) - Sandra Labsch     

Let's Start! (mit Pedal) - Sandra Labsch     

Dreaming (ohne Pedal) - Sandra Labsch     

Dreaming (mit Pedal) - Sandra Labsch     

Easy Playing - Sandra Labsch     

Spanish Song - Sandra Labsch     

Look at the Sky - Sandra Labsch     

Rainy Day - Sandra Labsch     





Kleine Gedanken zu den ersten beiden Stücken:
Unter dem Titel „Let’s Start!“ hätte ich mir ein energetisches und munteres Stück vorgestellt. Spielt man es im Tempo der Metronomangabe klingt es eher nach einem noch leicht verschlafenen Morgen. 😉 Mit Pedal gefällt mir das Stück gut – ein Anfänger wird mit dem häufigen Pedalwechsel aber überfordert sein. Hall könnte die Lösung sein – ich kann nicht glauben, dass ich das schreibe… Bisher habe ich Hall verteufelt! 🙂

DreamingBei „Dreaming“ verstehe ich die Zweistimmigkeit nicht. Um ehrlich zu sein, ich finde sie überflüssig. Hier der erste Takt des Stückes:

In den meisten Takten kann man effektiv nur den Ton mit dem Haltebogen länger halten. Das klingt für meine Ohren nicht interessant, sondern als hätte man nicht rechtzeitig losgelassen. Manchmal ist Zweistimmigkeit auch notiert, um die Oberstimme hervorzuheben, aber das kann hier nicht der Grund sein. Die Töne ergeben keine Melodie bzw. ein Motiv. (Zumal man die wichtigen Töne durch Betonungszeichen hätte kennzeichnen können). Ich bin also ein wenig ratlos. Ohne Pedal würde ich eher auf die Zweistimmigkeit in der rechten Hand verzichten. Mit Pedal gefällt es mir das Stück besser, aber dann ist es fast „too much“. Auch hier klingt viel Hall nach der idealen Lösung.

Rainy Day„, „Spanish Song“ und „Look At The Sky“ gefallen mir aus diesem Band besonders gut. Alle Stücke haben Fingersätze und wenn man sich nicht allzu viele Gedanken über Legato-Spiel macht, stören einen auch die kleinen Pausen beim Umsetzen nicht. Das Papier hat eine sehr angenehme Qualität, das wollte ich unbedingt noch anmerken. 🙂 Im nächsten Artikel kommen die Hörbeispiele aus Band 2 & 3. Einige Gedanken dazu wird es ebenfalls noch geben.

Ein schönes Wochenende und bis die Tage,

Eure Sandra

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