Stück der Woche #6 – Dolly, das geklonte Schaf“ von Gerald Schwertberger

Cover: © Doblinger 2000Hallo Ihr Lieben,

das heutige Stück der Woche heißt „Dolly, das geklonte Schaf“ und stammt aus dem Notenheft mit dem witzigen Titel „Schwarzarbeit im Tastenland„.

Dolly das geklonte Schaf     

Der Begriff „Schwarzarbeit“ bezieht sich einerseits auf die Verwendung der schwarzen Tasten in den Stücken und andererseits auf den Stil der Kompositionen. Im Erscheinungsjahr des Notenheftes, im Jahre 2000 um genau zu sein, durfte man Stücke dieser Art wahrscheinlich nicht bei allen Klavierlehrern „offiziell“ spielen. Unterhaltende, neue Musik war im traditionellen, klassischen Klavierunterricht lange Zeit verpönt.

Bereits vor über zwei Jahren habe ich mich mit diesem Heft beschäftigt und einige Stücke aufgenommen. Diese möchte ich euch heute gleich mit vorstellen. Die Kompositionen des österreichischen Komponisten Gerald Schwertberger sind beim Musikverlag Doblinger verlegt. Schwertberger verstarb Anfang 2014 im Alter von 72 Jahren.

Hier einige Daten im Überblick:

  • Untertitel: „21 einfache Klavierstücke“
  • Verlag: Doblinger Musikverlag © 2000
  • Druckausgabe: 13,75 Euro
  • bestellbar u.a. bei alle-noten.de
  • 21 Stücke auf 21 Notenseitenseiten
  • Länge: 4-7 Zeilen (je eine Seite)
  • Zielgruppe: junge Spieler
  • Pedal: bei 9 von 21 Stücken
  • Fingersätze: nein

Meine Meinung:

Die charaktervollen Kompositionen aus „Schwarzarbeit im Tastenland“ sind sehr unterschiedlich, gut komponiert, rund und interessant. Den Schwierigkeitsgrad würde ich auf meiner Skala sehr leicht – leicht – mittelleicht – mittelschwer – schwer – sehr schwer als mittelleicht einordnen.

Schade, dass das Notenheft ohne Fingersätze daherkommt. Ich lasse meine Schüler generell keine Hefte ohne Fingersätze kaufen. Zusammen mit meinen Schülern an guten Fingersätzen zu arbeiten, steht nicht im Mittelpunkt meines Unterrichts. Und mir persönlich ist meine Zeit zu schade, als dass ich sie mit dem Anfertigen von Fingersätzen verbringen möchte.

Leider sind in Schwertbergers Heft auch die Pedaleintragungen nicht hilfreich. Ungenau, was den Zeitpunkt und uneindeutig, was den Verlauf betrifft.

„Schwarzarbeit im Tastenland“ ist somit ein Heft, welches nicht meine Ansprüchen an gute pädagogische Literatur erfüllt. Dennoch finde ich die Stücke so interessant, dass ich sie euch unbedingt vorstellen möchte.


Wie gefallen euch die Kompositionen?
Kommt gut ins Wochenende,

Eure Sandra

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6 Gedanken zu „Stück der Woche #6 – Dolly, das geklonte Schaf“ von Gerald Schwertberger

  1. Hanna Josek-Hertling

    Liebe Sandra,

    vielen Dank für deine umfangreichen Klavier- und Notentipps.
    Als Wiedereinsteigerin seit 4 Jahren (61) habe ich mich bisher mit den Noten von Anne Terzibaschitsch und klassischen Noten beschäftigt.
    Mit Spaß spiele ich derzeit zusätzlich „Klavierträume“ (incl. CD) von Jens Rupp aus dem artist ahead Verlag.
    Kann ich auch zum Vorstellen empfehlen.
    Mit freundlichem Gruß
    Hanna Josek-Hertling

    Antworten
    1. Sandra Beitragsautor

      Vielen Dank für Ihren Kommentar, liebe Hanna!

      Die Klavierträume von Jens Rupp sollte ich tatsächlich auch einmal vorstellen. Artist ahead hat ein gutes Händchen für Musik am Puls der Zeit.

      Viele Grüße,
      Sandra

      Antworten
  2. Susanne aus Karlsruhe

    Liebe Sandra,

    das sind wirklich ganz tolle Klavierstücke! Am besten gefällt mir das witzige „Herrchen an der Leine“. Ich glaube, das Heft könnte eine Bereicherung für meinen Klavierunterricht sein. Schade, dass die Fingersätze fehlen und die Pedalangaben ungenau sind.

    Liebe Grüße und eine schöne Woche
    Susanne

    Antworten
    1. Sandra Beitragsautor

      Liebe Susanne,

      vielen Dank für Deinen Kommentar!
      Es ist wirklich schade, dass das Heft nicht ganz rund ist.

      Viele Grüße,
      Sandra

      Antworten
  3. SuS

    „Schade, dass das Notenheft ohne Fingersätze daherkommt… Ich lasse meine Schüler generell keine Hefte ohne Fingersätze kaufen. Zusammen mit meinen Schülern an guten Fingersätzen zu arbeiten, steht nicht im Mittelpunkt meines Unterrichts. Und mir persönlich ist meine Zeit zu schade, als dass ich sie damit verbringen möchte.“ Das, liebe Sandra, finde ich unendlich schade. Wie sollen denn deine Schüler nachher lernen, eigene spielpraktische Fingersätze zu entwickeln? Jede Hand ist anders und jedem ist eine andere Spielart genehm. Bücher ohne Fingersätze stellen daher eine Herausforderung an Schüler ud Lehrer und ich finde es wichtig, gerade dies zu vermitteln: sich nicht starr festzulegen und selber denken und üben zu lernen.
    Wenn Schüler mal keinen Unterricht mehr haben und keine vorgefertigten Fingersätze vorfinden, dann wissen sie nicht, wie damit umgehen und legen das interessante Stück eher beiseite.
    Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, es ist die Mühe wert, auch mit den Schülern aller Altersstufen Fingersätze „bauen zu üben“ und ggf. eingetragene auch zu verändern. Und immer wieder Tipps zu geben, wie es vielleicht auch anders als eingetragen möglich ist zu spielen. Dazu ist keine Zeit zu schade! Das Ziel ist m.E. die Schüler auf ein Klavierspiel ohne Lehrer vorzubereiten, dass sie jederzeit in der Lage sind, sich selbst mit allen Feinheiten Klavierliteratur zu eigen zu machen.

    Antworten
    1. Sandra Beitragsautor

      Liebe(r) SuS,

      Vielen Dank für Ihren Kommentar! Und den Hinweis auf die mißverständliche Formulierung, welche ich direkt korrigiert habe.

      „Zusammen mit meinen Schülern an guten Fingersätzen zu arbeiten, steht nicht im Mittelpunkt meines Unterrichts. Und mir persönlich ist meine Zeit zu schade, als dass ich sie damit verbringen möchte.“

      Der zweite Satz bezieht sich darauf, dass mir meine Zeit zu schade ist, Fingersätze für Hefte zu machen, welche keine enthalten. Es gibt genügend wunderbare Notenhefte mit Fingersätzen, die natürlich auch regelmäßig thematisiert und angepasst werden. Ich habe bisher nicht die Erfahrung gemacht, dass meine Schüler interessante Stücke beiseite legen, weil keine Fingersätze vorhanden sind. Im Gegenteil.

      Ihr Ziel, Schüler auf ein Klavierspiel ohne Lehrer vorzubereiten teile ich vollkommen. Dieses Ziel verfolge ich ebenfalls.

      Gruß aus Mannheim,
      Sandra Labsch

      Antworten

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