Gedanken #14 – Halbzeit

© denniz - shutterstock.deHallo Ihr Lieben,

das erste Halbjahr ist fast vorbei und Carinas Artikel „Meine Spielwiese“ (ein Update folgt bald) hat mich inspiriert, mir ebenfalls Gedanken zu machen. In diesem Artikel möchte überlegen, wie es weitergeht und neue Pläne mit Euch teilen.

Und die habe ich reichlich – das erste Halbjahr war wirklich fantastisch!

Mein erstes EPTA-Seminar hat mich auf viele, viele neue Ideen gebracht und einige Überlegungen aus der Vergangenheit wieder wachgerufen. Ich habe begriffen, dass man nicht alles können muss: Ich muss keine hervoragende Pianistin sein, wenn ich ein größeres Talent zum Komponieren habe. Ich muss nicht (noch nicht) mit dem Wissen von Pop- und Jazzmusikern mithalten können, wenn ich vom Typ her eher klassisch denke, fühle und spiele. Ich muss nicht wissen, wie man Bach historisch korrekt interpretiert, wenn ich größeres Interesse daran habe, kreatives Potenzial in Menschen zu wecken und ihnen alle Richtungen der Musik näherzubringen.

Alles geht einfach nicht – auch wenn ich wirklich gern alles über Musik wissen würde! Und mittlerweile finde ich das vollkommen in Ordnung! 🙂

Die letzten Wochen sind wie im Flug vergangen und hatte ich am Abend oft das Gefühl, nichts geschafft zu haben. Abgesehen vom Unterrichten, das lässt sich ganz gut messen. Ich habe: viel Zeit damit verbracht, neue Bilder zu sichten (die Artikelbilder zu finden ist definitiv keine Sache von Minuten), stundenlang gegoogelt, was der Büchermarkt über das Thema Komponieren her gibt (deutsch und englisch) und eine ellenlange Wunschliste zusammengetragen. Ich habe angefangen, meine Noten zu katalogisieren und bin bei circa der Hälfte angelangt. Die Zahl meiner Notenhefte wird in jedem Fall vierstellig ausfallen.

© soleilc1 - Fotolia.comUnd in mir hat sich ein Wunsch manifestiert. Ich möchte ein Buch schreiben. Über das Komponieren am Klavier. Als Musiker mit klassischer Ausbildung und viel Interesse für die moderne Unterrichtsliteratur, Filmusik und Popularmusik kann ich bestimmt eine Menge Tipps und konkrete Anleitungen geben.

Zum ersten Mal bin ich auf die Idee gekommen, als ich vor Kurzem ein Heft mit leichteren Stücken durchgeblättert habe. Die Titel versprachen Musik von einem Ritter, einem Drachen und einer Prinzessin. Die Stücke hielten dieses Versprechen nicht. Keines klang märchenhaft alt oder mittelalterlich. Neben der Enttäuschung über diese Stücke kamen mir viele Ideen in den Kopf, wie man es besser machen kann. Dank meines Kompositionslehrers weiß ich mittlerweile eine Menge über die Möglichkeiten, Musik einen bestimmten Charakter zu verleihen.

Es gibt eine Menge Stile und Stimmungen, von denen man sich inspirieren lassen kann. Und eigene Musik zu schreiben und ihr eine Richtung zu geben ist gar nicht so schwer. Sie kann poppig, rockig oder jazzig klingen. Orientalisch, nordisch, französisch, geheimnisvoll oder gruselig kann Musik wirken. Besonders deutlich wird das in der Filmmusik. Filmmusikkomponisten wissen ganz genau, wie man mit Hilfe bestimmter Skalen oder Bausteine besondere Stimmungen erzielt. Wie man diesen Charme in ein Klavierstück bringt, darüber möchte ich schreiben. Nun – rechnen wir mit ein paar Jahren Arbeit. Ersteinmal gibt es eine Menge Literatur zu sichten…

© soleilc1 - Fotolia.comIch habe geplant, nach den Sommerferien Kompositionsunterricht anzubieten. Für Klavier versteht sich. Und wie der Zufall es wollte, habe ich heute Hefte aus meiner letzten Bestellung bei sheetmusicplus.com durchgeblättert und eine wunderbare Kompositionsmethode für Anfänger (perfekt für Kinder) gefunden:

Cover: © FJH Music Company 2004Music by Me“ von Kevin Olson und Wynn-Anne Rossi. Die Reihe besteht aus fünf Bänden und ist bei FJH Music Company erschienen. Die ersten beiden Bände habe ich schon und die restlichen drei sind bestellt. Der Preis der Hefte beträgt 6,50 bzw. 6,95 $.




Cover: © Frederick Harris MusicEine weitere wahrscheinlich sehr interessante Serie über Kreativität am Klavier heißt „Pattern Play – Inspiring Creativity at the Piano“ von Forrest Kinney. Diese sechsbändige Serie ist bei Frederic Harris Music erschienen. Ein Heft kostet 15,95 $. Die Hefte könnten für Kompositionsunterricht mit jugendlichen und erwachsenen Schülern hilfreich sein.

Ebenso interessant in diesem Zusammenhang finde ich die Serie „Chord Play – The Art of Arranging at the Piano“ ebenfalls von Forrest Kinney. Die fünf Hefte dieser Serie kosten je 16,95 $ und sind auch bei Frederic Harris Music erschienen. Hier geht es um das Thema Begleiten einer Melodie und Arrangieren eines Klavierstückes. Für mich als Komponistin sehr interessant!

In Deutschland sind die Hefte leider nicht zu bekommen. Auch aus der „Music by Me“ Serie ist nur der vierte Band in den Notenshops gelistet. Wenn sich etwas ändert, werde ich die Links nachreichen.

Bei sheetmusicplus.com habe ich eine Liste mit den Heften (und noch einer weiteren Serie von Wynn-Anne Rossi) erstellt. *Klick* So könntet ihr rein theoretisch mit einem Klick alle Hefte auf einmal in den Warenkorb legen und bestellen. Ich empfehle aber inklusive Porto nicht über derzeit ca. 190 Dollar (< 150 Euro) zu kommen. Ansonsten fällt neben den 7 % Einfuhrumsatzsteuer noch Zoll an.

© soleilc1 - Fotolia.comUnd sonst?

Ich habe mich für zwei Fortbildungen angemeldet. Bei einer geht es um das „Auswendig lernen und spielen„. Wendelin Bitzan leitet den Kurs Mitte November in Karlsruhe. Die zweite Fortbildung trägt den Titel „Klavierunterricht mit Erwachsenen„. Prof. Dr. Herbert Wiedemann & Karl Heinz Naumann werden den Kurs Mitte Oktober in Kaiserslautern leiten.

Beim nächsten EPTA-Kongress vom 24. bis 26. Oktober in Bayreuth werde ich nicht teilnehmen. Die Themen sind mir zu „pianistisch“. Die meisten Klavierlehrer dürften sich hier aber angesprochen fühlen. Fast jeder meiner Kollegen und Kolleginnen übt und konzertiert regelmäßig.

Cover: © Schott 2014In der aktuellen Üben & Musizieren gibt es einen Artikel mit dem Titel „Die eigene Website“ von Reinhild Spiekermann, die an der Musikhochschule Detmold die Professur für Allgemeine Instrumentaldidaktik & Klavierdidaktik bekleidet.

Über meinen Blog schreibt sie: „… Grundsätzlich stellt sich die Frage, inwieweit die Möglichkeiten der Social Media bereits mit eingebaut werden sollten. Interessant ist diesbezüglich die Version von Sandra Labsch (www.klavierunterricht-mannheim.de), die in ihrer Menüleiste direkt eine Verlinkung zu ihrem Blog anbietet (www.mein-klavierunterricht-blog.de). Dieser Blog ist sehr gut gepflegt, eine wahre Fundgrube für Klavierlehrende hinsichtlich Neuerscheinungen, Raritäten, Zubeör etc. – in vielen Punkten ist er auch interesannt für Lernende. Aber Vorsicht: Wenn man so etwas startet, sollte man sich vorher überlegen, ob Zeit und Motivation ausreichen, den Blog regelmäßig zu pflegen und „gedeihen“ zu lassen. …“ (Seite 6 musikschule )) DIREKT)

Über dieses Lob habe ich mich sehr gefreut. Und leite dies unbedingt an Carina Grüne weiter, die seit einigen Monaten hier als Gast-Bloggerin schreibt und den Blog mit vielen neuen Gedanken & Ideen bereichert! Ich glaube, es wird nicht mehr lange dauern, bis Carina einen eigenen Blog in Angriff nimmt. 😉

© iravgustin - shuteerstock.comNoch fünf Wochen sind es bis zu den Sommerferien in Baden-Württemberg!

Carina wird mich für ein paar Tage besuchen kommen und wir werden sicherlich wieder viele Ideen austauschen, Noten sichten und Artikel schreiben.

In den Ferien werde ich mich um ein deutschsprachiges Kompositionsunterricht-Konzept für Kinder kümmern und eine Menge Arbeitsblätter erstellen. Ich bin sehr gespannt, ob es überhaupt Nachfrage für Kompositionsunterricht gibt.

Und zum Komponieren ist hoffentlich auch noch Zeit. Ich habe eine Menge Pläne für eigene Hefte. Hoffentlich gibt es bald auch etwas Neues über die Veröffentlichung meiner Stücke zu berichten.

Auf einen kreativen Sommer!

Eure Sandra

 

 


Anzeige
Zum Shop von ZauberKlavier

2 Gedanken zu „Gedanken #14 – Halbzeit

  1. Sophia

    Liebe Sandra,
    da hast du dir ja eine Menge interessanter Ziele gesteckt, da wird dir bestimmt nicht fade in den Ferien. Ich wünsch dir viel Spaß beim Arbeiten und dass du erreichst, was du schaffen willst!

    Danke für deine Feststellung, dass man nicht alles können oder sein muss! Das muss man auch ganz allgemein als Mensch lernen, dass es immer andere gibt, die mehr können, aber das denken andere sicher auch über uns selbst. Und man braucht ja auch kein Übermensch zu sein, wichtiger sind doch die zwischenmenschlichen Aspekte und die Freude am Leben, die schnell dahin sein kann, wenn man zu vielen „Vorbildern“ nachjagt.

    Toll, dass dein Blog positiv bewertet wurde, freut mich für dich!

    Gruß Sophia

    Antworten
  2. Catherine

    Hallo Sandra,

    danke für deine Gedanken. Ich lese jetzt seit ein paar Wochen regelmäßig deinen Blog und als Frischling unter den Klavierlehrern finde ich immer wieder interessante Anregungen. Außerdem freue ich mich auch, wenn ich dann lesen kann, dass die Ideen, die ich bereits selbst hatte von anderen schon erfolgreich erprobt wurden. Dann scheine ich ja nicht auf dem schlechtesten Pfad zu sein.

    Ich hätte noch einen Themenvorschlag für einen Blogbeitrag. Da ich mich selbst fleißig durch das massive Angebot an Klavierschülerliteratur durchwühle, stelle ich auch immer wieder fest, dass viele interessant klingende Hefte in deutschen Notenshops nicht erhältlich sind. Vielleicht könntest du deine Erfahrungen über das Bestellen in britischen und amerikanischen Notenshops mit uns teilen. Worauf man achten muss, Lieferzeiten, Zoll, Lieferkosten etc. Die meisten Shopseiten selbst sind da recht dürftig an Informationen.

    Gruß, Catherine

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.