Kreativ Üben – Herbstmorgen (mit kostenlosen Klaviernoten)

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Klavierstück Herbstmorgen mit ÜbetippsHallo Ihr Lieben,

heute stelle ich euch den „Herbstmorgen“ aus meinem Notenheft „12 zauberhafte Monate“ vor und gebe Tipps, wie ihr dieses Stück kreativ und effektiv üben könnt. Auch wenn ihr dieses Notenheft nicht habt, lohnt es sich, den Artikel zu lesen. Die Übetipps sind wertvoll, denn sie lassen sich auf jedes Stück übertragen, das ähnlich ist – und das sind fast alle Stücke, die aus einer Melodie und einer Begleitung bestehen. Aus der Harmoniefolge des „Herbstmorgens“ habe ich zudem eine „Wellenmusik“ gezaubert. Die Klaviernoten dazu gibt es als kostenlosen Download in meinem Shop.

Hier erst einmal der „Herbstmorgen“ auf YouTube:

Extratipp: Ihr könnt die Wiedergabegeschwindigkeit von YouTube-Videos verändern, wusstet ihr das? So lassen sich Videos viel besser zum Lernen nutzen. Mehr dazu in diesem Artikel.

Von meinen Notenheften gibt es Probespiel-Ausgaben, um die Stücke vor dem Kauf am Klavier auszuprobieren. Die ersten drei Zeilen des Herbstmorgens findet ihr im PDF Probespielen-12-zauberhafte-Monate. So könnt ihr meine Ideen besser nachvollziehen, wenn ihr das Notenheft nicht besitzt. Und wenn ihr euch die „12 zauberhaften Monate“ genauer anschauen wollt, hier geht zum ZauberKlavier-Shop. (shop.zauberklavier.de)

Tipps zum Erlernen von Klavierstücken

Ich unterscheide drei Arten von Stücken.

  • Rein harmonische bzw. akkordische Stücke wie die „Wellenmusik“. Diese Stücke haben keine Melodie und bestehen aus akkordischen Spielfiguren.
  • Stücke, die eine Melodie und eine Begleitung haben, wie der „Herbstmorgen“. Dabei sind die Begleitungen in der Regel akkordisch und bestehen aus Zweiklängen, Dreiklängen oder Begleitmustern.
  • Polyphone Stücke, welche aus mindestens zwei gleichwertigen Stimmen bestehen. Diese mehrstimmigen Stücke finden wir oft in der Barockmusik.

Wenn Stücke aus einer Melodie plus einer akkordischen Begleitung bestehen, stelle ich mir am Anfang des Lernprozesses immer die Frage, wie ich mir das Erarbeiten erleichtern kann. Das zeugt nicht von Unvermögen, sondern im Gegenteil: es ist einfach schlau. Ich vergleiche das gern mit der Tanzschule. Erst der Grundschritt, dann die Figuren und irgendwann kommen noch Mimik und Gestik dazu, um das Kunstwerk zu perfektionieren. Keiner lernt alles auf einmal und von Anfang an. Nur wir Pianisten meinen immer, das wäre normal. Aber wenn wir das Ziel haben, ein Stück nicht nur reproduzieren zu wollen, sondern es zu verstehen und zu verinnerlichen, müssen wir andere Wege gehen. Nur so lernt man nachhaltig.

Zurück zum anfänglichen Vereinfachen von neuen Klavierstücken. Melodien lassen sich erleichtern, indem man Töne weglässt, die nicht zur Melodie gehören, sondern diese harmonisch erweitern.

Wichtig dabei ist, dass der Fingersatz für die Melodietöne beibehalten wird. Dass man also die Finger für die Melodietöne nutzt, die auch in der Endversion mit den zusätzlichen Tönen verwendet werden.

Umspielungen oder Verzierungen wie kurze Vorschläge, Doppelschläge, Praller, Triller u.a. sollten anfangs generell wegelassen werden. Erst wenn die Melodie sicher ist und der rhythmische Kontext steht, ist es sinnvoll, Verzierungen (die natürlich bis dahin extra geübt werden dürfen) einzufügen.

Begleitungen lassen sich auf vielfältige Art und Weise erleichtern, wenn sie akkordisch sind, ihnen also ein Akkord (bzw. eine Harmonie) zugrunde liegt. Die leichteste Variante ist, nur den Grundton der Harmonie zu spielen.

Herbstmorgen – linke Hand verstehen & üben

Im „Herbstmorgen“ übernimmt die linke Hand die Begleitung und diese besteht aus verschiedenen akkordischen Begleitmustern bzw. Bassfiguren. Alle Bassfiguren beginnen mit dem Basisbegleitmuster (so habe ich dieses Begleitmuster getauft), welches aus dem Grundton des Dreiklanges (bzw. Harmonie), der Quinte und dem oktavierten Grundton besteht. Achtet darauf, immer den gleichen Fingersatz 5-2-1 zu verwenden, wenn ihr das Basisbegleitmuster findet. Im Takt 4 wird zum ersten Mal noch ein Dreiklang in der 1. Umkehrung (Sextakkord) an das Basisbegleitmuster gehängt.

Takt 9 beginnt mit dem Basisbegleitmster, bei dem sich dann die Oktave und die Dezime abwechseln. In Takt 15 finden wir ein Begleitmuster mit Übergreifen, gefolgt von zwei Dreiklängen in der Grundstellung in Takt 16 und 18.

In den beiden Schlusstakten werden ebenfalls einige Töne an das Basisbegleitmuster angehängt. Übt die Akkorde bzw. die verschiedenen Bausteine der Begleitmuster zusammengefasst, wenn dies möglich ist. So bekommt die Hand ein gutes Gefühl für die Abstände zwischen den Tönen. Wenn einzelne Griffe nicht sitzen, übt diese durch die Oktaven auf dem Klavier. Mehr zu dieser Übetechnik gibt es in diesem Artikel. (Effektiv Üben #3)

Herbstmorgen – rechte Hand verstehen & üben

Die Melodie in der rechten Hand hat viele Lagenwechsel, bei der die Hand in eine andere Position auf der Tastatur versetzt werden muss. Diese Lagenwechsel sollten gut geübt werden, denn sonst klappen „die Übergänge“ nicht. Es sind aber nicht die Übergänge schuld, sondern die Hand weiß schlichtweg nicht, wohin sie als nächstes muss. Wenn ihr den Zielakkord sicher spielen könnt, ist „der Übergang“ plötzlich kein Problem mehr. In den Melodietönen finden wir fast in jedem Takt einen kompletten Dreiklang bzw. Akkord. Das sind unsere Lagen. Je sicherer ihr diese Akkorde könnt, umso sicherer lässt sich später die Melodie spielen. Übt diese Akkordfolgen immer extra. Auch hier gilt: Wenn einzelne Griffe nicht sitzen, übt diese durch die Oktaven auf dem Klavier. Mehr zu diesem Übetrick gibt es in diesem Artikel. (Effektiv Üben #3)

In den Takten 19 + 20 und 25 + 26 spielt die rechte Hand Doppelgriffe, die Aufmerksamkeit und ein wenig Übung brauchen. Denn auch Doppelgriffe sollten, wenn möglich, immer gebunden werden. Wenn ihr nicht von Anfang an auf ein gutes Legato achtet und stattdessen zwischen den Doppelgriffen abzusetzt, lässt sich das nur schwer wieder ändern.

Die Doppelgriffe ab Takt 25 lassen sich gut binden, aber für die in Takt 19 braucht es einen Trick. Hier lassen sich nur die oberen Töne der Sexten im Legato spielen. Mein Tipp: schlagt die unteren Töne im Staccato an, dann ist der Daumen direkt wieder frei für den nächsten Doppelgriff. Diese Stelle habe ich dreimal nacheinander aufgenommen, so könnt ihr euch besser hineindenken.

Herbstmorgen-Wellenmusik

An der linken Hand lässt sich wunderbar die Harmoniefolge des Stückes erkennen, denn die Begleitbausteine beginnen immer auf dem Grundton der Harmonie. Wenn ihr euch wundert, warum in einem Stück in C-Dur andere Harmonien als C-Dur zu finden sind, empfehle ich euch meinen Artikel „Was ist eine Tonart?„. Ich habe die Harmonien der ersten acht Takte des Herbstmorgens genommen und weitere acht Takte angehängt, um ein zweiteiliges Stück zu zaubern.

Eine Wellenmusik entsteht, indem ich die Harmonien in Spielfiguren umsetze, bei der sich die Hände abwechseln. Ich habe das Basisbegleitmuster (links) und den Dreiklang in der ersten Umkehrung (rechts) als Spielfigur gewählt. Am Ende des jeweils zweiten Taktes spielt die linke Hand einen Doppelgriff aus der Terz und der Quinte der Harmonie. So entsteht ein Phrasenende.
Die komplette Harmoniefolge des Stückes:

C – F – C – Em
Am – Em – Am – G
C – F – C – Em
Am – F – G – C

Hier sehr ihr die ersten beiden Takte der Herbstmorgen-Wellenmusik. In der Aufnahme hört ihr das komplette Stück. Die Noten dafür gibt es in der Rubrik „Kostenlose Noten“ in meinem Shop. (shop.zauberklavier.de). Der Downloadlink ist in der Artikelbeschreibung, ihr müsst euch nicht anmelden, um das Stück zu erhalten.

 Beide Hände zusammen üben – Tipps zur Koordination

Auch wenn die einzelnen Hände gut geübt sind gibt es oft Schwierigkeiten bei der Koordination, wenn es an das Zusammenspiel beider Händer geht. Je mehr Töne rechts und links gleichzeitig angeschlagen werden, umso schwerer wird das Zusammenspiel. Auch hier lohnt es sich sehr, erst einmal zu vereinfachen, denn je mehr Töne in der Begleitung zu finden sind, umso mehr rückt der Fokus von der Melodie weg. Diese ist aber das wichtigere Element, deshalb empfehle ich, die Begleitung anfangs zu vereinfachen. Ihr könnt damit beginnen, in der linken Hand nur den Grundton der Harmonie anzuschlagen. So bleibt der Fokus auf der Melodie und auch auf dem Rhythmus der Melodie, der gern unter dem ersten Zusammenspiel leidet.

 

Extratipp: Wenn es in einem Stück schwierige Stellen gibt, bei denen die Koordination zwischen rechter und linker Hand nicht gelingen will, übt diese mit der Blattmethode. In diesem Artikel könnt ihr mehr darüber erfahren. (Effektiv Üben #4)

Rhythmustipp

Die ersten acht Takte des Herbstmorgen fallen meinen Schülern immer ein bisschen schwer, was den Rhythmus betrifft. Deshalb habe ich diese für euch aufgenommen. Die rechte Hand habe ich zu Akkorden zusammengefasst, denn die rhythmischen Probleme betreffen eigentlich immer die linke Hand. Hört euch das Hörbeispiel einige Male an, dann wird klar, wo sich die linke Hand im Takt einordnet.

Ich wünsche euch viel Freude mit meinem September-Stück aus dem Heft „12 zauberhafte Monate“. Zu welchem Stück wünscht ihr euch als nächstes Übetipps?

Eure Sandra

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2 Gedanken zu „Kreativ Üben – Herbstmorgen (mit kostenlosen Klaviernoten)

  1. Jürgen

    Da hast du dir aber viel Arbeit gemacht, Dankeschön!
    Wie schon einiges aus deinem Blog werde ich auch dieses mir erarbeiten und üben, wiederholen, üben wiederholen und üben ….
    Ich danke dir das Du diesem Blog betreibt wo man so vieles lernen kann!

    Grüße
    Jürgen

    Antworten
    1. Sandra Beitragsautor

      Ich danke Dir für Deinen schönen Kommentar, lieber Jürgen. Es feut mich sehr, dass meine Ideen inspirierend und motivierend sind.
      Ja, der Artikel hat viel Arbeit gemacht. Da aber noch mehr Artikel mit Übetipps zu einzelnen Stücken folgen sollen, werde ich vieles wiederverwenden können. Üben ist doch immer wieder sehr ähnlich…

      Viele Grüße,
      Sandra

      Antworten

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