Rhythmus – Binäre, ternäre und punktierte Achtel

© Alzbeta - Shutterstock.comHallo ihr Lieben,

im heutigen Artikel möchte ich das Thema binäre (also ganz normale),  ternäre (oder auch verswingte bzw triolische) und punktierte Achteln noch einmal praktisch angehen. Dafür habe ich ein kleines Stück für euch komponiert und mit meinen Übeideen (in Form von Übungsstücken) hoffe ich, den Unterschied zwischen den verschiedenen Rhythmen verständlich und deutlich herausstellen zu können. In einem bereits vor knapp drei Jahren erschienenen Artikel hatte ich mich schon einmal mit diesem Thema beschäftigt. Allerdings eher theoretisch und ohne die Möglichkeit der praktischen Umsetzung.

Die Voraussetzung für das korrekte Spielen von binären, ternären und punktierten Achteln ist die Fähigkeit, einen Pulsschlag in zwei, drei und vier gleiche Teile einteilen zu können.

© 2016 Sandra Labsch

Einfuehrung Rhythmus     

Das ist keine einfache Angelegenheit und braucht viel Übung. Natürlich ist es zuerst wichtig, jeden einzelnen Rhythmus für sich allein zu verstehen und korrekt wiedergeben zu können. Dafür habe ich  Material für euch. Diese Übungsstücke stehen – wie auch die Noten für das folgende Stück – am Ende des Artikels als PDF-Datei zum Downloaden zur Verfügung.

Up and Down“ ist eine kleine, melodisch sehr einfache Komposition, bei der der Fokus auf dem Rhythmus liegt. Den Pulsschlag exakt zu halten ist definitiv eine kleine Herausforderung. Die Achtel der ersten Zeile sind binär (also ganz normal) zu spielen, die in der zweiten ternär und die in der dritten punktiert. Die ternären Achtel habe ich rhythmisch korrekt mit Triolen notiert. Das ist in Stücken allerdings eher selten zu finden – die Notation mit binären oder punktierten Achteln wird bevorzugt. Links über dem Stück findet sich dann ein – im Idealfall eindeutiger – Vortragshinweis.


Up and Down     

Die folgenden Übungsstücke für die einzelnen Rhythmen sind dreiteilig. Die linke Hand spielt in jedem Teil weniger Töne. So soll der Rhythmusbaustein der rechten Hand immer mehr als Einheit verstanden werden. Ich habe alle Übungsstücke sowohl als Ganzes als auch in Teilen aufgenommen. Es ist sehr hilfreich, sich den Rhythmus – besonders vor dem eigenen Ausprobieren – immer wieder anzuhören. Das hilft, sich den Rhythmus korrekt einzuprägen.

Meiner Erfahrung nach ist es fast unmöglich, eine falsche Klangvorstellung zu korrigieren. Ich vergleiche das Gehirn hier gern mit einem Computer. Es lässt sich zwar eine neue Datei mit der richtigen Klangvorstellung anlegen, aber die alte (nicht korrekte) Datei wird dabei in der Regel nicht überschrieben und sie lässt sich auch nur schwer wieder löschen.

Binäre Achtel

Bei binäre Achteln teilen sich zwei Achtelnoten einen Pulsschlag. Sie werden „gerade“ im Verhältnis 1:1, also gleichlang gespielt. Der Pulsschlag wird in zwei gleichlange Teile geteilt.
Binäre Achtel Übung

Ternäre Achtel

Ternäre Achtel werden im Verhältnis 2:1 gespielt. Die Achtel auf dem Pulsschlag ist doppelt so lang wie die folgende. Wenn man den Pulsschlag in drei gleichlange Teile teilt und diese mit 1-2-3 auszählt, wird die erste Achteln auf „1“ und die zweite Achtel auf „3“ gespielt. „Tri-o-le“ bietet sich auch zum Mitsprechen an, denn wenn wir auf allen drei dieser Mikropulsschläge (so bezeichne ich die Unterteilungen eines Pulsschlages) einen Ton spielen würden, entsteht eine Achtel-Triole.

Wie schon erwähnt, werden ternäre Achtel, die man auch als triolische Achtel bezeichnet, in der Regel nicht ausnotiert. Entweder werden ganz normale (binäre) Achtel notiert oder es wird die punktierte Schreibweise gewählt. Folgende Begriffe weisen darauf hin, dass die Achtel ternär gespielt werden sollen: Swing, ternary, Shuffle, verswingt, triolisch.

Ich persönlich würde folgenden eindeutigen Hinweis bevorzugen, die aber leider viel zu selten in Stücken zu finden sind:

Wenn die ternär zu spielenden Achtel binär notiert sind:

ternaere-achtel

Wenn die ternär zu spielenden Achtel punktiert notiert sind:

Für „Up and Down“ habe ich die ternären Achtel ausnotiert, da hier die linke Hand mit Triolen beginnt.

Punktierte Achtel

Die beiden Töne des Rhythmusbausteins Punktierte Achtel mit Sechzehntel werden im Verhältnis 3:1 gespielt. Zählt man die vier Mikropulsschläge aus, schlägt man also auf „1“ und auf „4“ an. Eine Betonung auf dem Pulsschlag hilft, den Rhythmus besser sortieren zu können.

PDF-Dateien zum Downloaden und Ausdrucken

Up and Down (PDF-8 Seiten)

Wie gefällt euch diese Idee? Ich freue mich auf eure Rückmeldung. Habt ihr Wünsche für mehr Übungsstücke? Welche Themen interessieren euch?
Ein schönes Wochenende und viele Grüße aus Mannheim,

Eure Sandra

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2 Gedanken zu „Rhythmus – Binäre, ternäre und punktierte Achtel

  1. Martin Richter

    Hallo Frau Labsch,

    vielen Dank für die Übungen. Diese sind wirklich sehr hilfreich und gerade für Anfänger und Fortgeschrittene ein ganz wichtiges Thema wie ich finde.
    Gerne mehr davon!

    Mit besten Grüßen

    Martin Richter

    Antworten
    1. Sandra Beitragsautor

      Vielen Dank, Herr Richter!

      Ich freue mich sehr über Ihre Rückmeldung und die Nützlichkeit diese Übung.

      Es kommt mehr zum Thema Rhythmus. Ich bereite bereits etwas vor.

      Ihnen ein schönes Wochenende,
      Sandra

      Antworten

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