César Franck (mit kostenlosem Klavierstück zum Downloaden)

Franck an Orgel BlogHeute vor 125 Jahren starb der französische Komponist César Franck. Aus diesem Anlass möchte ich euch diesen Komponisten vorstellen und sein Klavierstück „Les Plaintes d’une Poupée“ („Klagen einer Puppe“) als kostenlosen Download anbieten.

César Frank wurde am 10. Dezember 1822 in Lüttich geboren. Zur damaligen Zeit gehörte Lüttich zum Königreich der Vereinigten Niederlande. Francks Vater Nicolas-Joseph, ein Börsenmakler, entstammte einer Familie von Gutsbesitzern. Francks Mutter Catherine Barbe Frings war in einer Aachener Kaufmannsfamilie aufgewachsen.

Seine Kindheit und Jugend verbrachte César Franck in Lüttich. Schon früh zeigte sich seine musikalische Begabung. Als Achtjähriger begann er sein Klavierstudium am Conservatoire Royal in Lüttich und beeindruckte seine Lehrer mit seiner Begabung. Wenige Jahre später gab er sein Debüt als Pianist. Erste Kompositionen entstanden: virtuose Klavierstücke, mit denen er als Pianist brillieren konnte.

César Francks Bruder Joseph spielte Geige und war ebenfalls musikalisch hochbegabt. Vater Nicolas-Joseph erkannte die Begabung seiner Söhne und träumte von deren Virtuosenkarriere. Er wollte in ihrem Glanz sonnen und hoffte auf gute Einnahmen aus den Auftritten. Um die Karriere der Söhne zu befördern, übersiedelte Nicolas-Joseph Franck mit seiner Familie 1835 nach Paris. Hier lernte César Franck den Komponisten und Klaviervirtuosen Franz Liszt kennen. Seit dieser Zeit verband die beiden Musiker eine lebenslange Freundschaft. 1837 wurde César Franck am Pariser Conservatoire aufgenommen und studierte zunächst Klavier und Komposition, später auch Orgel.

Um seinen Traum von der Virtuosenkarriere zu verwirklichen, nahm Vater Nicolas-Joseph 1842 seine beiden Söhne vom Conservatoire und unternahm mit ihnen Konzertreisen. Doch der Erfolg blieb aus. César spürte, dass er kein berühmter Pianist werden würde und gab die Virtuosenkarriere auf. Er brach mit seinem Vater, weil er von nun an selbst über sein Leben bestimmen wollte. Vater Nicolas-Joseph war empört über das Verhalten seines Sohnes und verlangte von ihm die Rückzahlung der Kosten für dessen musikalische Ausbildung. Dies brachte César in finanzielle Schwierigkeiten. Um Geld zu verdienen, trat er als Unterhaltungspianist in Salons auf. In dieser Zeit erhielt Franck viel moralische und künstlerische Unterstützung durch Franz Liszt.

César Franck wandte sich der Kirche zu. 1847 trat er seine erste Organisten-Stelle an der Kirche Notre-Dame-de-Lorette in Paris an. Nun konnte er die ungeliebte Tätigkeit als Salonpianist aufgeben. Weitere Organistenstellen an verschiedenen Pariser Kirchen folgten. Franck spielte nicht nur im Gottesdienst, sondern gab auch Konzerte auf der Orgel. In diesen Konzerten trug er stets auch eigene Improvisationen vor. Francks Orgelspiel erfuhr viel Bewunderung. Franz Liszt verglich ihn sogar mit Bach.

Neben seiner Tätigkeit als Kirchenmusiker und Organist gab Franck Orgel- und Klavierunterricht, trat als Klavierbegleiter auf und komponierte zahlreiche Werke für die Orgel. 1865 komponierte er für seinen Klavierunterricht das Klavierstück „Les plaintes d’une poupée“.

1872 nahm Franck eine Professur für Orgel am Pariser Conservatoire an. Zu seinen Schülern zählten unter anderem Duparc, d’Indy und kurze Zeit auch Debussy (Improvisation). Da er gezwungen war, neben seiner Professorentätigkeit privaten Klavier- und Orgelunterricht zu geben, konnte er nur während der Sommerferien komponieren. In dieser Zeit entstand auch seine berühmte Sinfonie d-Moll, die am 17. Februar 1889 im Pariser Conservatoire ihre Uraufführung erlebte. Franck widmete das Werk seinem Schüler Henri Duparc.

Franck widmete sein Leben fast ausschließlich der Musik. Andere Künste wie Literatur und Malerei interessierten ihn wenig. Er war wenig gesprächig und fand kaum Zeit, um Freundschaften zu pflegen. Ständig stand er unter Druck. Er war nervös und brauste leicht auf und war immer in Eile. Um sein immenses Arbeitspensum zu bewältigen, plante er seinen Tagesablauf bis ins Detail und wich nur selten davon ab. Er arbeitete bis zur Erschöpfung. Freiräume gönnte er sich nicht. Heutzutage würde man ihn als Workaholic bezeichnen. Ende April 1890 erkrankte er. Statt sich zu erholen, bürdete er sich im Sommer noch mehr Arbeit auf. Überanstrengt und völlig erschöpft, zog er sich Mitte Oktober eine Rippenfellentzündung zu, die sich durch eine Herzbeutelentzündung verschlimmerte. Wenige Wochen später verstarb er.

Les Plaintes d’une Poupée – Klagen einer Puppe

Das Klavierstück „Les Plaintes d’une Poupée“ („Klagen einer Puppe“) habe ich für euch ausgewählt, weil es von meinen Klavierschülern sehr gern gespielt wird. Es ist leicht und klingt in seiner Schlichtheit wunderschön. Hier sind die ersten beiden Seiten zum Mitlesen.

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CD klein

Klagen einer Puppe     

 

„Les plaintes d’une poupée“ komponierte César Franck 1865 für seine 12jährige Klavierschülerin Gabrielle Oeschger, er widmete ihr das Stück. Das Stück ist in dreiteiliger Liedform aufgebaut. Es beginnt mit einer schlichten 8-taktigen Melodie in G-Dur, begleitet von Alberti-Bässen. Das Thema wird variiert, es wird dramatischer. Mezzoforte- und Piano-Teile wechseln sich in Echoform ab. Eine Schülerin von mir beschrieb das treffend: „Die Puppe ist traurig und klagt über ihr Schicksal. Dann wird sie wütend und wehrt sich gegen ihr Unglück (mezzoforte), verzweifelt aber gleich wieder, weil ja doch alles keinen Sinn macht (piano).“

Der B-Teil steht in d-Moll und bildet einen Kontrast zum A-Teil. Die Melodie bewegt sich in ruhigen Vierteln, sparsam begleitet von langen Noten. Zunächst erklingt die Melodie in der rechten Hand, dann wird sie von der linken übernommen. Meine Schülerin sagte: „Jetzt denkt die Puppe, sie kann ihr Schicksal verändern. Statt zu klagen, will sie aktiv etwas tun. Doch am Ende resigniert sie wieder.“ Den Abschluss bildet die Wiederholung A-Teil in verkürzter, leicht variierter Form. „Die Puppe kann sich nicht aus ihrem Schicksal befreien. Alles bleibt beim alten, sie jammert weiter.“

kostenlose Noten zum Downloaden & Ausdrucken

César Franck „Klagen einer Puppe“ (PDF-Hochformat / 3 Seiten)

Ich wünsche euch viel Spaß mit der kleinen Klavier-Miniatur „Les plaintes d’une poupée“,

Eure Susanne

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4 Gedanken zu „César Franck (mit kostenlosem Klavierstück zum Downloaden)

  1. Sandra

    Ein sehr interessanter Artikel, Susanne!

    Ich hoffe sehr, dass Du in Zukunft immer mal wieder Komponisten vorstellst.
    Das ist wirklich eine Bereicherung für den Blog!

    Vielen Dank und liebe Grüße,
    Sandra

    Antworten
  2. Carina

    Liebe Susanne,

    herzlichen Dank für deinen Artikel. Die Biographie erzählst du ganz federleicht und informativ, wie schnell gerät dies zu einer trockenen Aufzählung von Jahreszahlen oder Lebensstationen. Ich habe den Eindruck, jede Menge über César Francks Charakter und Alltag gelernt zu haben! Und ich bin froh, dass du mich an dieses schöne Stück erinnert hast!

    Gern mehr davon!!!

    Carina

    Antworten
    1. Susanne aus Karlsruhe

      Liebe Carina,

      danke für deine lobenden Worte. Ich freue mich, dass dir mein Artikel gefällt. Bei Biographien stört mich auch immer, dass sie meist eine trockene Aufzählung von Jahreszahlen und Ereignissen sind. So etwas langweilt mich und daher wollte ich das in meinem Text vermeiden.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Susanne

      Antworten

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