Melodieinstrumente begleiten – am Beispiel „Stille Nacht“

Gestern hatte ich einen Schüler mit dem Wunsch, „Stille Nacht“ zusammen mit seiner Mutter am Saxophon zu spielen. Er legte Noten mit einem passenden Arrangement auf das Notenpult, welches aber unmöglich bis Weihnachten zu schaffen ist. Also habe ich ihm gezeigt, wie es anders geht – und ganz einfach dazu.

Möchte man zusammen einen anderen Instrumentalisten Weihnachtslieder spielen, ist es am Klavier völlig unnötig, die Melodie mitzuspielen. Das macht es zum einen viel schwerer, das Stück zu erlernen und zum anderen verkompliziert es das Zusammenspiel. Man muss schließlich viel mehr auf den Mitspieler achten, auf seine Interpretation, auf eventuelle Atempausen. Wenn einer zu früh weiterspielt klingt es nicht gut.

Stille Nacht ist meiner Meinung nach eh viel eher dafür geeignet, mit einem Melodieinstrument gespielt als gesungen zu werden. Warum? Weil der Tonumfang eine Undezime, fast eineinhalb Oktaven, beträgt. Wenn Papa tief sing und Mama hoch kann man fast darauf wetten, dass einer von beiden entweder oben oder unten aussteigt.

Also – das Klavier ist ein wundervolles Begleitinstrument, nutzen wir es doch dafür. Das einzige, was man wissen muss, um ein Melodieinstrument zu begleiten ist, in welcher Tonart dieses die Melodie spielt. Am Klavier reichen dann meist drei Begleitharmonien aus. Das ist der Dreiklang auf dem Grundton (Stufe 1), der Dreiklang auf der vierten und der Dreiklang auf der fünften Stufe einer Tonleiter.

Die drei Hauptdreiklänge einer Tonart nennt man auch Tonika, Subdominante und Dominate. Wer mehr darüber wissen möchte, wird unter dem Begriff „Kadenz“ einiges dazu finden. Eine Kadenz ist eigentlich eine Schlussformel eines Stückes. Ich verwende den Begriff aber gern in Zusammenhang mit dem Thema Liedbegleitung, denn mit den drei Hauptdreiklängen (Kadenzdreiklängen) lassen sich nun einmal Melodien am Klavier begleiten.

© 2014 Sandra LabschDie „Stille Nacht“-Ausgabe für Saxophon und Klavier war in F-Dur notiert. Um die Melodie sicher begleiten zu können, müssen die drei Kadenzdreiklänge sitzen. Die linke Hand spielt den Grundton des Dreiklangs, gern auch als Oktave.

© Sandra LabschMit folgenden Begleitmodellen könnt ihr nun die Melodiestimme harmonisieren:

© Sandra Labsch

Hier die ersten beiden Zeilen des zweiten Begleitmodells ausnotiert:

© Sandra Labsch

Und so klingt das dann, wenn Primus, mein Notenprogramm, das abspielt:

Stille Nacht mit Saxophon     
Eure Sandra

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