Dreiklänge üben – die Grundstellung #1 (Theorie – Was ist ein Grundstellungsdreiklang?)

Heute geht es um Dreiklänge in der Grundstellung und wie ich diese mit meinen Schülern übe. Im ersten Teil des Artikels steht die Theorie im Vordergrund und im zweiten Teil (folgt in wenigen Tagen) habe ich euch einige Ideen zusammengestellt, diese zu üben.

Ein Grundstellungsdreiklang (englisch: triad in root position) ist ein Baustein der Musik und besteht aus drei Tönen. Diese folgen im Terzabstand aufeinander. Stehen die drei Töne eines Grundstellungsdreiklangs übereinander, sieht der Dreiklang im Notenbild aus wie ein Schneemann. Die Töne eines Dreiklangs befinden sich entweder auf drei nacheinanderfolgenden Linien oder in drei aufeinanderfolgenden Zwischenräumen.

* Um welche Dreiklänge es sich in der Abbildung handelt löse ich am Ende des Artikels auf.

Der Grundstellungsdreiklang gehört zu den Akkorden. Ich bezeichne Dreiklänge und andere Akkorde auch gern als „Harmonie“. Heute interessieren uns die Dur- und die Molldreiklänge. Diese bestehen aus je einer großen und einer kleinen Terz.

Bei einem Durdreiklang befindet sich immer die große Terz unten und die kleine Terz oben (wir lesen die Akkorde von links nach rechts – beginnend also beim tiefsten Ton). Bei einem Molldreiklang ist es umgekehrt. Die kleine Terz ist unten und die große oben.

Im Deutschen kenne ich leider keine Eselsbrücke, wie man sich gut merken kann, welche Terz zuerst zu finden ist. Im Englischen ist es leichter. Dur heißt major und Moll wird mit minor übersetzt. So kann man sich ableiten, dass Dur mit der großen und Moll mit der kleinen Terz beginnt.

Bildet man auf demselben Ton einen Dur- und einen Molldreiklang, unterscheiden sich die beiden nur im mittleren Ton. Ein Durdreiklang beispielsweise auf dem C besteht aus den Tönen C-E-G, ein C-Moll-Dreiklang aus C-Es-G. Der mittlere Ton ist also tiefer und der Dreiklang klingt dunkler.

Dur und Moll im Vergleich, Grundstellungsdreiklänge, Dreiklänge
CD klein

Dur und Moll im Vergleich     

Am leichtesten sind die richtigen Töne zu finden, indem man die übersprungenen Tasten zählt. Dabei sind die weißen und schwarzen Tasten gleichwertig. Der tiefste Ton eines Grunstellungsdreiklangs ist immer der Grundton. Der mittlere wird Terz des Dreiklangs genannt und der höchste Quinte.

G-Dur-Dreiklang (G-H-D)

zuerst 3 und dann 2 Tasten übersprungen = große + kleine Terz

G-Dur-Dreiklang

B-Dur-Dreiklang (B-D-F)

zuerst 3 und dann 2 Tasten übersprungen = große + kleine Terz

B-Dur-Dreiklang

Und nun zwei Beispiele für Moll-Grundstellungsdreiklänge. Zuerst einen mit zwei Kreuzen, um mit dem Vorurteil aufzuräumen, dass Moll nur B-Vorzeichen (und Dur Kreuze) hat.

fis-Moll-Dreiklang (Fis-A-Cis)

zuerst 2 und dann 3 Tasten übersprungen = kleine + große Terz

Fis-Moll-Dreiklang

e-Moll-Dreiklang (E-G-H)

zuerst 2 und dann 3 Tasten übersprungen = kleine + große Terz

E-Moll-Dreiklang
Alles klar?

Wenn es um den Fingersatz geht, werden „Klassiker“ den 1., 3. und 5. Finger bevorzugen. Grundstellungsdeiklänge können aber auch mit dem 1., 2. und 4. Finger gespielt. Selten mit 1,2 und 3. Es kommt einfach darauf an, wie es weitergeht. Für meine Ideen im zweiten Teil des Artikels empfehle ich euch ganz klassisch, den ersten, dritten und fünften Finger zu benutzen.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die Stücke im nächsten Artikel gibt es hier:

Eure Sandra

*Die Auflösung für die Beispiel-Dreiklänge: C-Dur, H-Moll, Ges-Dur, E-Moll, A-Dur


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6 Gedanken zu „Dreiklänge üben – die Grundstellung #1 (Theorie – Was ist ein Grundstellungsdreiklang?)

  1. Sophia

    Hi,
    ein toller Artikel, wieder was gelernt! Die Teaser machen total neugierig, bin schon gespannt, wie es weitergeht…

    LG

    Antworten
  2. Julia

    Hallo, mir ist gerade was eingefallen, wie man sich die Reihenfolge der Terzen vielleicht ganz gut merken könnte: Der Durdreiklang klingt doch strahlend und vielleicht „kraftvoll“. Daher die grosse Terz. Der Molldreiklang hingegen klingt ein wenig wie „den Kopf hängen lassen“, daher die kleine Terz.
    Oder einfach Dur = D rei Tasten auslassen.
    Viele Grüsse von Julia

    Antworten
  3. Daniela

    Hallo Sandra,
    als Eselsbrücke für den Terz-Aufbau der Dreiklänge benutze ich immer folgende Erklärung:
    Bei den Dur-Dreiklängen schreibt man die Buchstaben der Tonarten groß – es steht zuerst die große Terz im Dreiklang.
    Bei den Moll-Tonarten schreibt man die Buchstaben der Tonarten klein – es steht zuerst die kleine Terz.
    Das können sich eigentlich alle Schüler gut merken.
    Vielen Grüße
    Daniela

    Antworten
    1. Sandra Beitragsautor

      Vielen Dank für Deinen Kommentar und die Idee, liebe Daniela. Für Lehrer, die mit dieser Notationsvariante arbeiten ist das eine sehr guter Tipp.

      Ich weiß allerdings nicht, ob sich diese deutsche Art der Notation noch lange halten wird. Ich benutze dieses sehr altmodische klassische Modell beispielsweise überhaupt nicht. Auch in der Popmusik wird immer die internationale Notation wie „C“ für C major, also C-Dur und „Cm“ für C minor bzw C-Moll verwendet.

      Das hat natürlich auch den Vorteil, dass die Schüler Noten aus anderen Ländern kaufen können und die Akkordsymbole verstehen.

      Viele Grüße,
      Sandra

      Antworten
  4. Daniela Kämmer

    Hallo Sandra,
    Danke für die Anregung zur internationalen Akkordnotation. Ich werde diese jetzt auf jeden Fall mehr benutzen, bzw. ganz dazu übergehen.
    Vielleicht kann man das kleine m bei den Mollakkorden als Eselsbrücke für die kleine Terz benutzen?

    Viele Grüße und Danke für die schöne Musik!
    Daniela

    Antworten

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