Kompositionsunterricht #5 – Wie klingt eigentlich Phrygisch?




Hallo Ihr Lieben,

gestern hatte ich – nach drei Wochen Pause – endlich wieder Unterricht.

Ich habe eine Menge Anregungen für neue Stücke bekommen und weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Das schöne ist, dass mein Lehrer Jazz-Pianist & Komponist ist und ich natürlich so von einer Menge Wissen profitiere, welches mir im Studium versagt geblieben ist. Logisch, ich hatte Theorie-Unterricht mit einer Sängerin. Da musste mein Professor einen Kompromiss finden, und der war, auf den Schwächeren Rücksicht nehmen. So bekam ich sehr klassische und ein wenig altmodische Theorie-Stunden und freue mich nun über neue Inspiration auf einem ganz anderen Niveau.

Heute gibt es ein phrygisches Stück. Ganz „klassisch“ in E-Phrygisch, also ohne Vorzeichen. Es war gar nicht leicht, in diesem Tonvorrat zu bleiben, aber das war mein Ziel beim Komponieren. Auch den Schluss fand ich etwas unbefriedigend, fehlte doch irgendwie die Dominante. Nachdem ich jetzt etwas (zeitlichen) Abstand zu dem Stück gewinnen konnte, bin ich doch ganz zufrieden.

Spannend ist die Tatsache, dass es tatsächlich ein wenig spanisch klingt. Andreas hatte das beim Notieren der Tonleiter gesagt. Und das Stück ist ganz automatisch so geraten. Ohne Inspiration durch spanische oder spanisch angehauchte Musik. Das hat mich wirklich überrascht.

Laut Wikipedia wird der phrygische Modus in der Musik der iberischen Halbinsel genutzt. Auch in der Musik der Sinti & Roma kommt er vor und in der indischen und arabischen Musik ist dieser Modus ebenfalls zu finden. Von einem Kollegen wurde ich noch auf die Phrygisch-dominante Tonleiter hingewiesen – auch Phrygisch-Dur genannt. Die jüdische Musik nutzt diesen Tonvorrat, bei dem die Terz einen Halbtonschritt erhöht, also statt einer kleinen Terz (Moll-Terz) die große (Dur-Terz) verwendet wird.

Phrygisch auf E:



Phrygisch-Dominant auf E:




Von der Phrygisch-Dominanten Tonleiter unterscheidet sich wiederum Zigeuner-Dur nur in einem Ton. Dazu wird noch die 7. Stufe erhöht. Dis würde also statt D genutzt werden. Es gibt also noch eine Menge Stücke zu komponieren. Phrygisch-Dominat, Zigeuner-Dur & Zigeuner-Moll stehen auf dem Plan. Als nächstes werde ich euch aber ein mixolydisches Stück vorstellen.

Eure Sandra

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