Kompositionsunterricht #4: Wie klingt eigentlich Lydisch?

Hallo Ihr Lieben,

die nächsten Tage bin ich noch einmal weg, am Wochenende wird es daher keine neuen Artikel geben. Aber heute habe ich noch ein interessantes Stück für Euch!




Vor ein paar Tagen hatte ich bereits ein dorisches Stück vorgestellt. Hier geht es zum Artikel. In diesem Post gab es bereits einen interessanten Link zu einer Seite, die sich intensiv mit dem Thema Kirchentonarten beschäftigt. Jürg Hochweber hat eine sehr schöne Sammlung an Informationen bereitgestellt, die auch Klangbeispiele enthält.*Klick*

Im Gegensatz zur dorischen Skala, die sich nur in einem Ton von einer Molltonleiter unterscheidet (der sechste Ton war es -> dorische Sexte) unterscheidet sich die lydische Tonleiter nur in einem Ton von der in Dur. Der vierte Ton der Tonleiter ist keine reine Quarte mehr (z.Bsp. F-B), sondern eine übermäßige Quarte oder auch Tritonus genannt. In F-Dur spielen wir also ein „B“, in F-Lydisch das „H“. Dadurch befindet sich der erste Halbtonschritt der Tonleiter zwischen dem 4. + 5. Ton. Der andere Halbtonschritt ist wie bei Dur zwischen dem 7. + 8. Ton.

Ich lasse meine Schüler gern Tonleitern bauen, damit sie verstehen, wie es zu bestimmten Vorzeichen kommt, und Ganz- und Halbtonschritte unterscheiden lernen. Eine lydische Skala beispielsweise auf dem D würde also folgendermaßen aussehen:

Jürg Hochweber schreibt, Lydisch ist ein Sorgenkind und im modernen Sinn gibt es kein Lydisch, da sich das H nicht in einem Akkord in F-Lydisch unterbringen lässt und jeder Akkord, der ein H enthält, zu C-Dur drängt.

Ich lande in meinem Stück auch immer wieder in C, denke aber dennoch, dass die Komposition einen eigenen Klangcharakter hat. Mein letzter Akkord ist ein C-Dur-Dreiklang mit großer Septime, was das Ganze ein wenig offen oder unbestimmt klingen lässt.

Bis nächste Woche,

Eure Sandra

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