Anne Terzibaschitsch – Vierhändige Tastenträume

Ich muss wirklich sagen, dass ich die Stücke von Anne Terzibaschitsch sehr liebe. Ganz besonders angetan haben es mir die „Vierhändigen Tastenträume“ und die „Klaviermusik für eine Hand allein“, da es wenig Vergleichbares auf dem Markt gibt. Ihre Stücke werden vom Musikverlag Holzschuh verlegt.

Von Anne Terzibaschitsch findet man sowohl zahlreiche selbstkomponierte Stücke als auch schöne Bearbeitungen von bekannten Melodien. Es gibt Verlage, die einfach beides in einem Heft unterbringen, was mir gar nicht gefällt. Der Musikverlag Holzschuh tut das zum Glück nicht.

Die „Vierhändigen Tastenträume“ gibt es in zwei Bänden und beide sind eine großartige Bereicherung für meinen Unterricht. Meine Schüler lieben die Stücke ebenso wie ich.

Im ersten Band finden sich 25 Stücke, die sich für den Schüler in beiden Händen im 5-Tonraum befinden. Während die ersten 4 (sehr leichten) Stücke (für den Schüler) noch in beiden Notenschlüsseln notiert ist, befinden sich alle anderen Stücke komplett im G-Schlüssel. Das finde ich ein wenig schade, da der Schüler somit wenig Möglichkeiten hat, seine Blattspiel-Fähigkeit im F-Schlüssel auszubauen. (Ich nutze die Hefte auch sehr gern zum Vom-Blattspielen, wenn noch Zeit ist oder meine Schüler nicht so viel geübt haben.)

Also, liebe Frau Terzibaschitsch – komponieren Sie doch bitte einen dritten Band mit leichten Stücken, bei dem der Schüler den Secondo-Part übernimmt! 😀

Da es in den Stücken keine Lagenwechsel gibt halte ich alle Fingersätze (bis auf den ersten) für unnötig. Meine Schüler haben gelernt, dass nur Fingersätze in den Noten stehen, wenn die Hand versetzt werden muss (das nenne ich „Lagenwechsel“) und kommen regelmäßig durcheinander, wenn einfach unmotiviert ein Fingersatz zu finden ist. Na, ganz so unmotiviert sind die Fingersätze nicht, ich nehme an, sie sollen Verspielern vorbeugen. Aber ich denke bei solchen Fingersätzen eher an „Spielen nach Zahlen“, da ich nicht glaube, dass jemand noch die Note liest, wenn es doch so bequem ist, einfach den passenden Finger zu benutzen. In meinen Noten sind diese überflüssigen Fingersätze jedenfalls Tipp-Ex zum Opfer gefallen.

Die Stücke im zweiten Band sind schwieriger als die im ersten, aber immer noch recht schnell umzusetzen. Der Secondo-Part ist ungefähr gleich schwer und somit ist das Heft nicht mehr primär für Lehrer und Schüler gedacht, sondern ebenso für zwei Schüler. Beide Parts sind mit Fingersätzen versehen, während diese im ersten Heft nur beim Primo-Part zu finden sind.

In beiden Heften hätte ich mir gewünscht, dass mehr über das Notenbild nachgedacht wird. Natürlich sind einige Stücke länger als eine Seite, so dass man umblättern muss. Darüber wurde leider nicht nachgedacht. Regelmäßig findet man als letzten Takt vor dem Umblättern einen, bei dem weder der eine noch der andere Spieler lange Töne oder Pausen hat, also problemlos blättern kann. So muss der Lehrer früher aufhören bzw. Töne weglassen, um ein Weiterspielen zu ermöglichen. Ich habe nicht alle Stücke durchgesehen, aber ich bin mir sicher, dass man dieses Problem hätte vermeiden können.

Nahezu peinlich finde ich, dass die Leute beim Holzschuh-Verlag nicht zählen können. Wenn eine Hand zwei Oktaven höher als notiert spielen soll, steht da eine 16. Grübel… Bei mir sieht das seltsamerweise (?) so aus:

Also, liebe Verlagsmitarbeiter. Selbst nach mehrmaligem Auszählen komme ich immer nur auf 15. Ich bitte um Korrektur. 😉

So, genug der Ironie! Die „Vierhändigen Tastenträume“ sind wirklich wunderbar!

Eure Sandra

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2 Gedanken zu „Anne Terzibaschitsch – Vierhändige Tastenträume

  1. Martin

    Hallo.
    Meine volle Zustimmung! Meine Schüler mögen diese Stücke auch sehr gern, denn sie sind musikalisch einfach gut gemacht.
    Im ersten Band finde ich den spieltechnischen Schwerpunkt etwas zu stark auf das parallele Melodiespiel gelegt, aber das kennt man ja von vierhändigen Sachen. Ansonsten wurde alles gesagt.

    Grüße

    Antworten
  2. Sandra Labsch Beitragsautor

    Was wäre die Alternative für Anfänger? Eine auf beide Hände verteilte Melodie, was ich persönlich für sehr klavieruntypisch halte (das Klavier ist schließlich kein Melodieinstrument). Eine gute Übung ist aber auch dies allemal. Paralleles Melodiespiel fällt dem Großteil meiner Schüler interessanterweise schwer. Das Gehirn möchte, aber die Finger nicht. 😉 Gibt es vierhändige Noten für Anfänger, die nicht auf paralleles Melodiespiel ausgelegt sind? Und eben sehr leicht lesbar? Ich muss mich mal umschauen… 🙂

    Antworten

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