Klavierlehrer-Interview #2 – Susanne Hoy

Susanne Hoy, Klavierlehrer-Interwiev, Unterrichtstipps, besser unterrichten, KlavierunterrichtWo und seit wann unterrichtest Du?

Unterrichtet habe ich bereits in den 80er Jahren während meines Studiums. Damals waren es aber nur einzelne Schüler, die ich unterrichtete. 1992 eröffnete ich in Karlsruhe meine eigene Klavierschule.

Wen und was unterrichtest Du?

Ich unterrichte Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Einzelunterricht. Meine derzeit jüngste Schülerin ist gerade 6 Jahre alt geworden, meine älteste ist Mitte 70. Am liebsten unterrichte ich Anfänger. Es macht mir großen Spaß, meinen Schülern die Grundlagen des Klavierspiels zu vermitteln.

Stilistisch bin ich für alles offen. Meine Schüler spielen sowohl Klassik als auch Pop, Boogies und Filmmusik.

Vor allem mit meinen jüngeren Schülern improvisiere ich auch gern, aber auch einige ältere Schüler freuen sich über Anregungen zur Improvisation.

Was sind Deine wichtigsten Ziele im Unterricht?

Am Wichtigsten ist es mir, in meinen Schülern die Freude am Musizieren zu wecken. Ich möchte meinen Schülern eine umfassende Musikausbildung geben, die aus Grundlagen von Klaviertechnik, Musiktheorie, Blattspiel und (falls der Schüler das möchte) Improvisation besteht. Sehr großen Wert lege ich auf die Interpretation der Stücke. Mein Ziel ist es dabei, die Schüler zu eigenen Interpretationen anzuregen.

Was gefällt Dir an Deinem Beruf am meisten?

Am meisten gefällt mir, dass ich Menschen auf einem Teil ihres musikalischen Weges begleiten kann. Die schönsten Erlebnisse sind für mich, wenn ich einem Schüler helfen kann, ein technisches oder musikalisches Problem zu lösen: Der Schüler ist zunächst verzweifelt, weil er die eine oder andere Stelle nicht packt. Einige kleine Übungen und Tipps reichen meist aus – und schon klappt es und die Schüler strahlen übers ganze Gesicht. Das sind für mich die Sternstunden des Klavierunterrichts.

Unterrichtest Du ausschließlich oder hast Du noch weitere Beschäftigungsfelder?

Ich habe Musikwissenschaften und Klavierpädagogik studiert. Und so widmete ich mich während meines Berufslebens vielen verschiedenen Tätigkeiten. Nach dem Studium arbeitete ich am Theater Cottbus als Musikdramaturgin, ich betreute Opernproduktionen und Sinfoniekonzerte. Später war ich freiberuflich als Musikwissenschaftlerin tätig, habe Notenausgaben für Breitkopf & Härtel betreut, Rezensionen für Fachzeitschriften verfasst, Texte für CD-Booklets und Konzertprogrammhefte geschrieben, Referate auf musikwissenschaftlichen Konferenzen gehalten.

Seit 1992 bin ich hauptsächlich als Klavierlehrerin tätig. Für meinen Unterricht habe ich einen Theorielehrgang mit Aufgabenblättern entwickelt. Diesen Lehrgang überarbeite ich derzeit gerade.

Ich würde gern meine Erfahrungen aus meiner Unterrichtstätigkeit mit anderen teilen. Daher möchte ich regelmäßig Gastbeiträge für Sandras Blog verfassen. Ihr werdet also noch von mir lesen. 😉

Seit einigen Jahren fotografiere ich. Meine Bilder präsentiere ich auf der Panoramio-Seite von Google. Für den Flyer der Schlosskonzerte Karlsruhe werde ich eine Bilderserie vom Karlsruher Schloss machen.

Im vergangenen Jahr stellte mir ein Musikproduzent ein Projekt mit poppigen Playbacks zu klassischen Klavierstücken vor. Ich habe ihn in klavierpädagogischen Fragen beraten und habe geeignete Stücke für das Projekt vorgeschlagen. Die Playbacks werden in wenigen Wochen im Internet abrufbar sein. Wenn es so weit ist, berichte ich davon.

Welche Hefte sind aus Deinem Unterricht nicht wegzudenken?

Sehr gern verwende ich „Das Tastenkrokodil“ und „Das vierhändige Tastenkrokodil“ sowie „Toll in Moll“ – wunderbare Sammlungen gut klingenden Klavierstücken aus allen Epochen.

Nicht wegzudenken aus meinem Klavierunterricht sind die Zauberklavier-Noten von Sandra Labsch sowie die Hefte von Oxana Krut. Nahezu jeder meiner Schüler besitzt mehrere Hefte von Sandra Labsch und Oxana Krut.

Welche Kriterien hast Du an Noten?

Inhaltlich ist es mir wichtig, dass die Stücke gut klingen und den Schülern Spaß machen. Gleichzeitig sollte immer ein technisches Problem thematisiert werden, dies darf aber nie vordergründig sein. Im Mittelpunkt muss immer die Musik stehen.

Die Stückauswahl sollte abwechslungsreich und interessant sein. Vor allem in Anfänger-Heften sollten alle Stücke etwa im gleichen Schwierigkeitsgrad sein. Dabei ist es sehr hilfreich, wenn die Stücke progressiv geordnet sind. Wenn auf dem Heft der Schwierigkeitsgrad angegeben wird, dann sollte dies aus Sicht eines Schülers und nicht aus der Sicht eines Pianisten geschehen.

Vom Druckbild her wünsche ich mir, das das Notenbild klar zu lesen ist, die Noten groß genug gedruckt sind und dass die Seiten gut gegliedert und nicht überladen sind. Illustrationen in Heften für Kinder gefallen mir, allerdings sollten sie im Hintergrund bleiben und nicht vom Notentext ablenken.

Der Titel eines Notenheftes, welches für alle Altersgruppen geeignet ist, sollte Kinder und Erwachsene gleichermaßen ansprechen. Leider denken die Herausgeber von Sammelbänden oft nicht daran, dass heutzutage auch viele Erwachsene das Klavierspielen erlernen möchten. So gibt es zum Beispiel von SCHOTT einen sehr schönen Sammelband unter dem Titel „Klassik für Kinder“. Die meisten Stücke sind eher für Jugendliche und Erwachsene geeignet. Doch welcher Erwachsene oder welcher Jugendliche möchte aus einem Heft mit dem Titel „für Kinder“ spielen?

Wer oder was inspiriert Dich oder hat Dich geprägt?

Einige meiner Klavierlehrer haben mich geprägt. Von ihnen habe ich viel über Musik gelernt. Viele Anregungen erhielt ich zudem aus Büchern. So haben mich „Motivieren zur Musik“ von Nicolai Petrat und „Der virtuose Lehrer“ von Paul Harris sehr inspiriert.

Gibt es einen Themenbereich, mit dem Du Dich noch näher beschäftigen möchtest?

Es gibt vieles, was mich interessiert. Im Moment befasse ich mich damit, wie ich Kindern im Vorschul- und Grundschulalter Musiktheorie noch besser vermitteln kann. Ein weiteres Thema, ist die Improvisation.

Da ich unzufrieden bin mir den Klavierschulen, die es auf dem Markt gibt, habe ich schon lange den Wunsch, eine eigene Klavierschule zu verfassen. Kinder unterrichte ich mit meinem eigenen Unterrichtsmaterial und ergänze dies mit passenden Heften für Anfänger. Was mir aber noch fehlt, ist ein gut strukturierter Lehrgang für erwachsene Schüler. Daher kam mir Sandras Idee, einen moderne Klavierschule für Erwachsene zu gestalten, wie gerufen. Ich möchte Sandra bei diesem Vorhaben unterstützen.

Was würdest Du Berufsanfängern gern mit auf den Weg geben?

Im Mittelpunkt des Unterrichtes sollten der Schüler und seine Interessen stehen. Ein guter Lehrer geht auf den Schüler ein und nimmt sich selbst zurück.

Bei der Literaturauswahl sollten die Wünsche des Schülers im Mittelpunkt stehen. Man kann und sollte dem Schüler zwar Stücke aus allen Epochen und Stilrichtungen anbieten, aber niemals etwas aufzwingen. Damit erzeugt man Abneigung. Ich habe es schon oft erlebt, dass Schüler eine Phase haben, in der sie Klassik komplett ablehnen. Oft kommt ein oder zwei Jahre später dann von selbst der Wunsch, wieder einmal Klassik zu spielen.

www.klavierschule-susanne-hoy.de

 

Susanne Hoy, Klavierunterricht, Karlsruhe

Habt ihr Lust, Euch auf dem Klavierunterricht-Blog vorzustellen? Hier sind die Fragen als Word-Dokument: Klavierlehrer-Interview. Ich freue mich auf Euer Interview via Mail an:


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