Musikmesse Frankfurt #2 – Notenentdeckungen

© Freesurf69 - Dreamstime.comLetzte Woche Mittwoch habe ich zum ersten Mal die Musikmesse in Frankfurt besucht und im heutigen Artikel möchte ich euch von den Notenausgaben berichten, die ich entdeckt habe.

Die Verlagsprogramme habe ich mir sehr interessiert angeschaut, denn wo findet man sonst die Gelegenheit, so eine Menge an verschiedenen Heften durchzublättern und kennenzulernen. Ich habe tatsächlich einige Hefte entdeckt, die ich mir bestellen werde. Andere kann ich von meiner Wunschliste streichen.

Der polnische Verlag Euterpe war eine absolute Neuentdeckung für mich. Hefte aus diesem Programm hatte ich bisher noch nie in der Hand. Wahrscheinlich wird man die Publikationen von Euterpe nicht ohne weiteres in einer Musikalienhandlung finden. Wirklich sehr ansprechend waren die schönen Illustrationen und ich hoffe, die Stücke sind ebenso hübsch. Ich habe ein Prospekt mitgenommen, in dem „Album for the Young“ von Feliks Rybicki, „Pictures Enchanted by Sounds“ von Andrzej Cwojdziński und „Chopin for the Youth“ zu finden sind. Als leichte Klavierstücke werden die Kompositionen angepriesen. Das letztere Heft enthält Bearbeitungen von Liedern des polnischen Komponisten Fryderyk Chopin, die von Zygmunt Noskowski für Solo-Klavier arrangiert sind. Im Prospekt werden die ersten beiden Bände mit 14 Euro angegeben und die Chopin-Bearbeitungen sind für 11 Euro zu haben. Im verlagseigenen Shop sind die Noten plötzlich je 2 Euro teurer. Was soll man davon halten?

Von Sirkorski hat mir das Heft „Russische Klaviermusik“ gefallen. Es trägt den Untertitel „Eine Sammlung für junge und erwachsene Klavierspieler.“ Der erste Band dieser Sammlung enthält leicht und  mittelschwer Stücke. 123 Seiten kosten 22,90 Euro.

Niegelnagelneu sozusagen gab es bei Friedrich Hofmeister das zweite Heft von Mona Liese mit dem Titel „Take ist Easy„. Die 10 Stücke für Rock- und Popklavier kosten 12,50 Euro. Mona Liese ist ihrem Konzept treu geblieben, denn alle Stücke sind wieder auf einer Seite untergekommen. Das hat mir schon bei den romantischen Stücken aus „Carnevale di Venezia“ sehr gut gefallen. Aber diesmal gibt es nicht neben jedem Stück eine Zeichnung. Das bedaure ich ein wenig, denn genau dies hat das Heft mit den Karneval-Stimmungsbildern wirklich besonders gemacht und von der Konkurrenz abgehoben. Der Titel „Impro Piano“ von Christoph Reuter hat mich ebenfalls angesprochen. Dieses Heft habe ich in noch keinem Musikgeschäft gefunden. Die 18 kleinen Stücke für Klavier könnten mir gefallen. Aber der Preis von 23,80 Euro ist schon eine Hausnummer.

Bei Chester Music, einem britischen Verlag, haben mich die leichten Stücke von Brian Chapple angesprochen. „In the Pink“ & „Lazy Days“ werde ich mir genauer ansehen und hoffentlich findet sich auch hier eine Möglichkeit, in die Hefte hineinzuhören. Die Homepage des Verlages Music Sales scheint nicht für interessierte Kunden gemacht zu sein. Über die verlegten Noten erfährt man eigentlich nichts. Aus diesem Grund geht der Link zu dem britischen Notenshop musicroom.com, wo Musikpädagogen übrigens (nach Anmeldung) dauerhaft 10 Prozent Rabatt bekommen. 4,99 und 5,95 Pfund kosten die Noten da. Die deutschen Preise sind 8,95 und 10,50 Euro (alle-noten.de).
EDIT: Bestellt! 🙂 (28.3.2014)

Bei Hal Leonard werden die Hefte von Jeniffer Linn verlegt. „Journey Through The Classics“ wird es demnächst auf deutsch geben. „Reise durch die Welt der Klassik“ dann der Titel und ich tippe darauf, dass das Heft doppelt so viel kostet wie die amerikanische Ausgabe. 😉 Besonders gefallen hat mir der grosse, gefällige und übersichtliche Druck der Stücke. Bei alle-noten.de habe ich die amerikanische Komplett-Ausgabe (Heft 1-4) für 18.50 Euro gefunden. „Ragtime Piano“ habe ich bei ebenfalls bei Hal Leonard entdeckt. Das Heft enthält 23 leichte Ragtime Bearbeitungen und kostet in den USA 10,99 Dollar. In Deutschland ist es nicht so leicht zu bekommen, aber bei meiner nächsten sheetmusicplus-Bestellung wird es in meinem Warenkorb landen.

Der amerikanische Verlag Alfred Music und der britische Verlag Faber Music waren ebenfalls (nebeneinander) auf der Messe vertreten. Bei Faber Music gab es sogar eine Bar und Carina meint, Hochprozentiges erspäht zu haben. Ich war sehr überrascht, wie die beiden Verlage sich in Frankfurt präsentierten. Die ausgestellten Hefte waren sehr überschaubar und die Atmosphäre kühler als bei anderen Verlagen. Carina hatte eine Frage und warte unbeachtet eine kleine Ewigkeit. Mangelnde Literatur (ich erinnere mich an Vitrinen an der Wand, in denen eine handvoll Unterrichtswerke ausgestellt wurden) und uninteressierte Gesichter luden hier nicht zum Stöbern und Entdecken ein. Warum werden so wenig Hefte auf der Messe präsentiert? Ich habe von beiden Verlagen einen ganzen Stapel Noten in meinen Regalen.

Zum Beispiel besitze ich über 20 Hefte von Pamela Wedgwood, die bei Faber Music verlegt wird. Ich schätze ihren Stil sehr, besonders die mittelschweren Stücke in „After Hours“ gefallen mir wirklich gut. Ihre Klavierschule für Erwachsene „It’s never to late to play piano“ habe ich als deutsche Ausgabe auf der Messe entdeckt. Und – zwei pädagogische Titel von Paul Harris erscheinen in Zusammenarbeit mit Edition Peters im März und im Juni diesen Jahres. Ich habe beide Bücher schon in der Originalausgabe.

Zwei meiner liebsten amerikanischen Komponisten werden übrigens bei Alfred Music verlegt. Martha Mier und Dennis Alexander. Von beiden habe ich bereits Hefte vorgestellt. In Amerika ist in den letzten Jahren der Alfred’s Premier Piano Course erschienen, der in Zusammenarbeit mit einigen tollen Klavierlehrern und Komponisten entstanden ist. Auch Martha Mier und Dennis Alexander haben an dieser Serie mitgearbeitet. Dementsprechend gut gefallen mir die Stücke. Ob es diese interessante Schule auch auf deutsch gebend wird, weiß ich nicht. Die Kern-Hefte „Lesson“, „Theory“ und „Performance“ können mit zusätzlichen Heften erweitert werden. „Technique“, „Pop and Movie Hits“ oder „Masterworks“ stehen da beispielsweise zur Verfügung. In sechs Schwierigkeitsstufen baut sich das System auf, wobei Level 1 und 2 noch je in A und B unterteilt sind. Die Kern-Hefte kosten jeweils 7-8 Dollar.

Im holländischen Verlag De Haske habe ich den Titel „Piano Solos“ von Michiel Merkies entdeckt. Das Heft machte auf mich einen interessanten Eindruck. Auf der Verlagshomepage habe ich allerdings hierzu noch keine Informationen finden können. Ebenfalls bei De Haske gefunden habe ich die Klavierschule „Tastenland von Anne-Kristien`t Hart-Romeijn, Clara Rullman und Michiel Oldenkamp. Die beiden Hefte werde ich mir sicher irgendwann kaufen. Da interessiert mich das Konzept. 18,99 Euro kostet jeder der beiden Bände.

Bei Doblinger, einem österreichischem Verlag waren mir zwei Hefte besonders sympathisch. „My First Blues and Boogie“ von Ulrike Gruber und „Rhythm & Moods“ von Diana Valentina Menezes. Ich kann euch die Hefte leider nicht verlinken. Die furchtbar altmodische Homepage der Verlages lässt das nicht zu.
EDIT: Verlinken geht nun doch, Doblinger hat die Homepage überarbeitet. Sehr schön! (27.3.2014)

Edition Dux hat ein sehr schönes Notenrätselheft herausgegeben. „Das große Notenrätselbuch“ ist der Titel und Guido Klaus heisst der Autor. Gefällt mir! Es wird höchste Zeit, dass ich mir so etwas zulege. Carina benutzt dieses Heft schon seit ein paar Jahren und es kommt sehr gut bei ihren Schülern an. 11,90 Euro kostet das Notenrätselbuch.
EDIT: Gekauft! (29.3.2014)

Bei Edition Peters habe ich „Piano Sketches to Go“ von Günter Kaluza entdeckt. In seine mehrbändige Klavierschule „Einfach Klavier spielen“ konnte ich auch hineinschauen. Für meinen Geschmack enthält diese Schule zu viele bekannte Melodien – Schulen mit mehr Neukompositionen und weniger für Klavier arrangierten Stücken finde ich persönlich interessanter, deshalb kann ich diese Hefte von meiner Wunschliste streichen.

Worauf ich übrigens sehr gespannt bin, ist die Klavierschule von Daniel Hellbach, die im Frühjahr 2015 erscheinen soll. Der Acanthus Verlag war leider nicht auf der Musikmesse vertreten, aber am gleichen Tag fand ich ein Prospekt in meinem Briefkasten. Gutes Timing! 🙂 „More Easy Piano“ ist frisch erschienen und gesellt sich zu den Teilen 1 bis 3. Preislich wird sich das Heft wieder bei ca. 16 Euro bewegen.

Der AMA-Verlag hatte einige interessante Neuerscheinungen am Start und ich hatte ein nettes Gespräch mit dem dem Geschäftsführer vom Verlag Neue Musik, der zur AMA Gruppe gehört. „Die neue Harmonielehre“ von Frank Haunschild habe ich am Stand entdeckt. Mein Kompositionslehrer hat mir diesen Autor bereits ans Herz gelegt, deshalb werde ich mir dieses zweiteilige Werk auf jeden Fall zulegen. 19,95 & 26,95 Euro kosten die beiden Teile. „30 Klavier Features für Links“ von Heiko Kulenkampff  mit der Beschreibung „Kompositorischer Streifzug durch Jazz, Pop, Romantik, Reggae und Tango, bei dem die linke Hand im Vordergrund steht, während die rechte Hand begleitet.“ halte ich für eine fabelhafte Idee. 19,95 Euro kostet dieses Heft. Beeindruckt hat mich „Tanzkurs“ von Michael Schäfer. Auf 192 Seiten finden sich über 150 Tänze für Klavier. Aus der Zeit des Mittelalters bis heute. Für 22,95 Euro ist diese Sammlung zu haben.

Bei Universal Edition haben die Clever Cat-Hefte von Mike Cornick mein Interesse geweckt. Vier Hefte gibt es aus dieser Serie. Die Illustrationen sind lustig anzusehen und ich bin gespannt, wie sich die Hefte im Klavierunterricht machen. Zwei Bände mit Schüler-Lehrer-Duetten gibt es zum Preis von je 17,95 Euro (diese Hefte enthalten eine CD) und zwei Bände mit leichten Solostücken für den frühen Klavierunterricht kann man für 11,95 & 12,95 Euro erwerben. Das Besondere an den Duett-Heften ist, dass die natürlichste Lernmethode, die Imitation, im Zentrum steht. „Dabei lädt Cornick stets zu Variation und Abwandlung der Stücke ein, die als flexible Materialsammlung gedacht sind. So sind Transpositionen bzw. Ergänzungen durch Fingerschnippen oder Stimmeffekte immer willkommen, um auf die Schülerbedürfnisse zu reagieren.“ (Homepage des Verlages). Das klingt interessant!

Nun heisst es Hörbeispiele suchen und entscheiden, ob die Stücke, die interessant aussehen auch interessant genug klingen, um sich zum Kauf der Hefte zu entschliessen. Zum Glück bieten ja viele Verlage mittlerweile die Möglichkeit, in ihre Hefte hineinzuhören. Und wenn nicht, hoffe ich auf YouTube oder die Gelegenheit, Stücke in Musikhandlungen anzuspielen. Das hat mir letztes Jahr in Berlin sehr bei der Auswahl geholfen. Ganz so enthusiastisch bin ich beim Notenkauf mittlerweile nicht mehr.

Ich hoffe, ihr entdeckt in meiner kleinen Sammlung vielleicht auch das ein oder andere Heft oder könnt mir bereits sagen, ob sich eines im Unterricht bewährt hat. Vielleicht habe ich auch eine tolle Neuerscheinung übersehen?

Viel Freude beim Entdecken wünscht euch,

Eure Sandra

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