Etüden #1 – Hefte von John Novello & Anne Terzibaschitsch mit Hörbeispielen

Die letzten Tage habe ich mir zwei Hefte mit Etüden genauer angesehen, die ich beide wirklich sehr empfehlen kann. Die Stylistic Etudes von John Novello und die Etüden für Klavier von Anne Terzibaschitsch. Ich mochte Etüden schon immer sehr gern, da es sich meist um relativ kurze Stücke handelt, die aber alles andere als langweilig daherkommen. Zumindest diese moderne Version der Etüde. Von Hanon und Czerny bin ich verschont geblieben, so dass ich keine langweiligen, stupiden Fingerübungen und andere negative Assoziation mit dem Wort „Etüde“ verbinde. Im Gegenteil. Es gibt so viele so schöne Etüden. Durch alle Jahrhunderte. Man muss sich nur unter den vielen Tausenden die Hübschesten heraussuchen.  🙂

Vom ersten Heft gibt es diesmal kein Foto, sondern ein Scan vom Titelbild. Das Heft hat so gespiegelt, dass ich kein vernünftiges Bild schiessen konnte. 😆

Die Stylistic Etudes lagen einer neuen Bestellung von sheetmusicplus.com aus den USA bei, die ich letzte Woche vom Zoll geholt habe. Nach einigen Heften von Schott, die ich ja verrückterweise günstiger als in Deutschland bekam, packte ich die Noten von John Novello aus und dachte: die hab ich doch schon. Und so war es auch. Notiz an mich selbst, ich sollte anfangen, Buch über meine Noten-Sammlung zu führen… Aber der doppelte Kauf macht nichts, ist es doch ein guter Grund für eine neue Verlosung. Die letzte liegt ja schon einige Monate zurück.

Auf 126 Seiten finden sich 86 meist 1-seitige Etüden (gefolgt von einem Teil mit Informationen und Übetipps zu den Stücken) in 17 verschiedenen Stilrichtungen wie Jazz, Rock, Funk, Gospel, Blues oder Latin. Die Stücke sind kurz, mit Fingersätzen versehen und haben es in sich. Ich habe es nach wenigen Seiten aufgegeben und mir die CD eingelegt, um alle Stücke anzuhören. Der Rhythmus dieser Miniaturen ist wirklich eine Herausforderung und bei manchen Stücken wüsste ich nicht, ob ich sie ohne Weiteres hinkriegen würde. Aber ich war überrascht, wie kurz, unterschiedlich, charakteristisch und gut die Stücke sind. Einfach toll!

John Novello ist  Autor einer Keyboardschule mit dem Titel The Contemporary Keyboardist, die wahrscheinlich Anfang der 90er Jahre erschienen ist. 104 Seiten umfasst(e) dieser Band und eine zweite überarbeitete und ergänzte Ausgabe wurde auf 562 Seiten erweitert. Die landet auf jeden Fall auf meiner Wunschliste. Ein DVD-Kurs mit John Novello ist erhältlich und die Lektionen gibt es auch im (natürlich kostenpflichtigen) Download. Nur schnell sollte man für dieses Angebot sein: „Buy all 7 general lessons and not only get both reports above but also get two lessons free – a savings of 30%. Buy Now as offer expires October 1st, 2008!“ 😆

Bei Hal Leonard werden die Hefte von John Novello verlegt und die Stylistic Etudes kosten in den USA 19,95 $. Bei alle-noten.de kann man das Heft für faire 19,40 Euro erwerben und bei Amazon zahlt man sogar nur 15,99.  Den absurden Preis von 29,95 Euro zeigt musikalienhandel.de an. 😯

Ich bin mir nicht sicher, inwiefern die Schule auf Keyboard ausgelegt ist. Der Etüdenband jedenfalls hat ab und zu eine Pedaleintragung, das kann es nicht sein. Auch der Tonumfang scheint nicht eingeschränkt zu sein. Lautstärkenangaben sind aber nicht notiert. Vielleicht ist es die fehlende Anschlagsdynamik? Dafür punkten die Stücke definitiv mit rhythmischer Raffinesse.

Die Etüden sind das Richtige für fortgeschrittene Klavierspieler, die sich gern mit modernen Stilen beschäftigen. Für Anfänger und rhythmisch Unbegabte ist dieses Heft wirklich nichts. Selbst für Profis wären die Stücke eine hervorragende (nichtklassische) Abwechslung und ich würde mich nicht wundern, wenn der ein oder andere seine koordinativen und rhythmischen Fähigkeiten deutlich verbessern kann.

Ich habe bei Hal Leonard angefragt, ob ich ein paar Audio-Beispiele posten kann, aber eine Antwort lässt auf sich warten. Wer in das Heft hineinhören möchte, kann mir gern eine Mail schreiben! 😉 Die Homepage von Hal Leonard bietet leider nicht die Möglichkeit, die Hefte ein wenig kennenzulernen. Ebenso ist es bei vielen Deutschen Verlagen. Ich verstehe diese Einstellung nicht. Die Leute wollen Stücke spielen, die sie kennen und die sie schön finden. Warum bieten so viele Verlage nicht die Möglichkeit an, die Stücke kennenzulernen? Sie verlieren doch nichts dabei. Im Gegenteil!

Manche Verlags bieten Audio-Beispiele an. Und manche nicht zu knapp. Bei HAGE gibt es Hefte, bei denen man sich jedes (!) Stück anhören kann.  Und die Folge? Ich finde einige Hefte toll und ich möchte sie haben. Aber es gibt ganz viele Hefte auf dem Markt, in die ich nicht hineinhören kann. Und die Folge? Ich kauf doch nicht die Katze im Sack! Warum sollte ich ein Heft kaufen, bei dem ich nicht weiß, was mich erwartet (außer ich kenne den Komponisten)?

Ich glaube nicht, dass Musikbegeisterte und -lernende nicht bereit sind, sich Noten zu kaufen und lieber kopieren. Aber die Verlage machen es ihnen nicht leicht. Naja, helfen wir mal ein bisschen nach…

Ich bin ein großer Fan von Anne Terzibaschitsch und glaube, sie hat ganz viel Gutes mit Ihren wunderschönen Stücken bewirkt. Ich halte sie für eine der wichtigsten Komponistinnen für moderne Unterrichtsliteratur. Und bei ihren Heften kann man eigentlich nichts falsch machen. 🙂

Auch zu ihrem Etüden-Heft gibt es nicht viel zu sagen. 48 Stücke finden wir auf  52 Seiten. Jede Etüde hat einen Titel und ein Thema. Eine ist schöner als die andere und alle sind wunderbar auf den Punkt gebracht. Ich habe mir gestern sechs Stücke herausgesucht und aufgenommen. Ein Dankeschön an Herrn Halbig vom Holzschuh-Verlag und Frau Terzibaschitsch für ihr Vertrauen! Für die 48 Etüden zahlt man 13,80 Euro. Das ist wirklich ein sehr fairer Preis und das Heft eignet sich, meiner Meinung nach, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Bei älteren Kindern und Erwachsenen kann man die Etüden eigentlich bereits nach ein paar Monaten parallel zu anderer Unterrichtsliteratur einsetzen. Aber auch erst nach 2 – 3 Jahren können die ersten Stücke ein wunderbarer Rückblick auf spieltechnische Aspekte sein, wobei man manchmal gar nicht glauben kann, dass Technik so schön klingen kann. Aber genug geschwärmt. Hier die Stücke:

Auf dem Wasser (Ablösen der Hände) 

Play Auf dem Wasser

Die Fliege (Chromatik)

Play Die Fliege

Glocken (Quinten)

Play Glocken

Griechischer Volkstanz (Taktwechsel)

Play Griechischer Volkstanz

Klage (Konfliktrhythmus)

Play Klage

Lodernde Flammen (Unisono)

Play Lodernde Flammen

So, kommen wir zur Verlosung! 🙂 Herr Halbig vom Holzschuh-Verlag hat mir freundlicherweise noch ein Exemplar der Etüden für Klavier von Anne Terzibaschitsch zur Verfügung gestellt, welches ich verlosen darf! Deshalb gibt es heute von beiden vorgestellten Notenheften ein Exemplar zu gewinnen. Ihr macht mir wirklich eine Freude, wenn ihr kommentiert und mir die Frage beantwortet, wie viele Notenhefte ihr ungefähr besitzt. Und schreibt bitte dazu, welches Heft ihr gern gewinnen möchtet! Die Etüden von Anne Terzibaschitsch sind toll für Anfänger & anfänglich Fortgeschrittene und die Stylistic Etudes von John Novello sind nur etwas für Fortgeschrittene & Profis!

Bis Freitag, den 5. Juli 2013 23.59 Uhr habt ihr Zeit zum kommentieren! Samstagmorgen werde ich auslosen und die Gewinner bekanntgegeben!

Und darum komme ich leider nicht herum – die Teilnahmebedingungen:

    • jeder Haushalt darf nur mit einem Kommentar teilnehmen
    • Personen unter 18 Jahre brauchen die Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten, die spätestens im Gewinnfall vorzulegen ist
    • die Noten werden innerhalb von Deutschland verschickt
    • die Gewinner werden per Losverfahren ermittelt
    • der Rechtsweg ist ausgeschlossen

 

Eure Sandra

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9 Gedanken zu „Etüden #1 – Hefte von John Novello & Anne Terzibaschitsch mit Hörbeispielen

  1. Tobi

    Dann mache ich mal wieder den Anfang, Sandra.
    Ich besitze 9 Notenhefte und würde gerne das Notenbuch von Frau Terzibaschitsch gewinnen 🙂

    Antworten
  2. Wölkchen

    Liebe Sandra,
    fast hat es schon „Tradition“: nach dem ersten Eintrag von Tobi mache ich mal wieder den zweiten Eintrag. War gerade am Notenregal und hab durchgezählt … hat nicht lange gedauert: 2 Hefte von Martha Mier, deren Kompositionen ich einfach liebe / Die Piano Miniatures von Victor Labenske / Den Beatmüller / Ein Heft mit Schlagern & Chansons / Die für mich noch viel zu schwere West Side Story (Bernstein) / Ein tolles neues Bossa Nova-Heft 😉 / und noch zwei Hefte mit Weihnachtsliedern. Macht insgesamt 9 – und da gibt es noch Raum für eine Erweiterung der Sammlung … z.B. durch das Heft von Anne Terzibaschitsch 🙂
    Schönen Abend! Kirstin

    Antworten
  3. Marion

    Liebe Sandra,

    vielen Dank wieder für Deine tollen Tipps! Ich bin der gleichen Meinung, dass die Verlage viel mehr Notenbeispiele und Hörbeispiele mitliefern sollten. Ich kaufe auch nichts mehr blind, nachdem ich ein paar Mal sehr enttäuscht wurde, was Arrangement und Musikstücke anging.
    glg marion

    Antworten
      1. Marion

        Ich muss ja noch hinschreiben, wieviele Notenhefte ich besitzt. Das ist sehr schwer zu sagen. Es sind einfach zu viele. Meine Schränke sind voll. Mein Klavier ist vollbestapelt. Im Keller sind welche. Im Zimmer oben sind welche. Es sind auf jeden Fall gaaaaaaanz viiiiiele!

        Antworten
  4. Viki

    Liebe Sandra,

    ich finde Deinen Blog so toll:) Du schreibt so spannende Sachen !

    Ich selbst habe ca. 300 Notenhefte zu Hause. Klassik bis modern.

    Und ich würde sehr gerne die Stylistic Etudes gewinnen.

    Liebe Grüße

    Viki

    Antworten
  5. Sarah

    Liebe Sandra,
    mit Etüden habe ich bisher tatsächlich eher wenig Positives verbunden. Umso neugieriger hat mich dein Artikel gemacht.
    Ich habe etwa 90 Notenhefte. Hörbeispiele finde ich übrigens auch sehr wichtig. Die hätten mich sicherlich vor so manchem Fehlkauf (auch wenn die Beratung nett war) bewahrt und umgekehrt für Neues offener gemacht.
    Ich würde mich auch über das Heft von Fr. Terzibaschitsch freuen.
    Viele Grüße
    Sarah

    Antworten
  6. Katja

    Liebe Sandra,
    bin gestern auf deinen Blog gestoßen und sehr begeistert, in vielen Belangen (Unterrichtsliteratur u.a.) sprichst du mir aus der Seele. Auch ich finde stupides Etüdenüben furchtbar und drehe sowas auch kaum meinen Schülern an. Einen Tipp bezüglich Czernyetüden habe ich aber dennoch für dich: kennst du das Heft aus dem Breitkopf Verlag “ Hello Mister Gillock, Hello Carl Czerny“ ??? Eine tolle amüsante, musikalische Unterhaltung der Beiden, und gerade da gefallen mir und meinen Schülern die Czernyetüden sehr gut. Es lohnt sich in das Heft mal reinzuschauen. Insgesamt sind 27 Stücke enthalten, 14 Etüden von Czerny und 13 Stücke von Gillock.

    Viele Grüße von Katja

    Antworten
    1. Sandra Beitragsautor

      Vielen Dank für den lieben Kommentar, Katja!

      Na klar, ich kenne das Heft! 🙂 Steht schon seit vielen Jahren in meinem Regal!
      Die Stücke sind aber schon anspruchsvoller, insofern nicht für absolute Anfänger geeignet.
      Aber es ist auf jeden Fall ein witzige und gute Etüden-Sammlung, da stimme ich Dir absolut zu!

      Ich freue mich immer über Noten-Tipps, also her damit, wenn Du wieder eine Empfehlung hast! 🙂

      Viele Grüße,
      Sandra

      Antworten

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