Volkslieder #1 – So treiben wir den Winter aus (mit kostenlosen Klaviernoten)




Hallo ihr Lieben,

der Winter liegt in den letzten Zügen. So macht es jedenfalls den Eindruck. Es war der viertwärmste seit Wetteraufzeichnung, habe ich gestern gelesen. Fasching steht vor der Tür und es ist höchste Zeit, dass ich euch das Volkslied „So treiben wir den Winter aus“ vorstelle.

 © Konstantin Pukhov - Dreamstime.comDas Fest des Winteraustreibens wird traditionell am 1. oder 2. Februar gefeiert und ist unter ‚Imbolc‘, ‚Lichtmess‘, ‚Fröblot‘ oder Fastnacht bekannt. „In der Wicca-Tradition zählt Imbolc zu den Hohen Feiertagen oder den so genannten Mondfesten. Die Wiederkehr des Lichtes und das Aufkeimen des Lebens steht als zentraler Aspekt für Imbolc, einhergehend mit Fruchtbarkeit, Erneuerung, Jugend und Frische. Die Macht des Winters wird langsam gebrochen, was durch die hier und da bereits hervorkommenden Schneeglöckchen oder Krokusse deutlich wird. Eine Zeit des Neuanfangs und der Reinigung bzw. der Lösung von Altem – sowohl spirituell als auch praktisch – beginnt.“ (www.sternenkreis.de). 

In einigen Ländern wird der Brauch des Winteraustreibens immer noch gefeiert – beispielsweise in Litauen, wo eine Strohfrau von Hof zu Hof getragen und anschließend verbrannt wird (- wenn sie nicht ertränkt oder auf einem Schlitten vom Berg gestoßen wird). 46 Tage vor Ostern feiert man dieses Fest.

Unser Fasching bzw. Fastnacht hat seine Wurzeln ebenfalls in dieser alten Tradition. In früheren Zeiten wollte man mit dem Tragen von furchterregenden Masken und Feiern mit viel Lärm die Winterdämonen in die Flucht schlagen. In Ritualen werden den Disen (weibliche Gottheiten) Opfergaben entgegengebracht, um Fruchtbarkeit für die Felder zu erlangen. Das Vieh wird mit Hasel- und Birkenzweigen berührt, um fruchtbar zu werden.

Die Melodie & der Text von „So treiben wir den Winter aus“ stammt aus dem 16. Jahrhundert – mindestens. Das Buch „Deutsche Volkslieder“ (Peters © 1976) meint, der Text des Liedes ist frei nach einem Gespräch über der den gregorianischen Kalender (1584) und die Weise bekannt durch Luthers Parodie „Nun treiben wir den Babst heraus“ (1541 verfasst & 1545 erschienen). Eine Parodie ist doch aber ein Gegenlied bzw. ein verstellt gesungenes Lied. Also muss es die Weise doch schon zuvor gegeben haben. Welchen Text hatte die Melodie also zuvor? Oder verstehe ich das falsch?

Den Text des Liedes findet man in verschiedenen Version, die sich leicht unterscheiden. Auch eine vierstrophige Variante habe ich gefunden. Ich habe den Text aus dem Liederbuch genommen:

1. So treiben wir den Winter aus,
Durch unsre Stadt zum Tor hinaus.
Es wartet draußen schon der Mai,
den Sommer holen wir herbei.

2. Wir stürzen ihn von Berg zu Tal,
Damit er sich zu Tode fall.
Wir jagen ihn über die Heiden,
Daß er den Tod muß leiden.

3. Und haben den Winter wir ausgetrieben,
so bringen wir den Sommer wieder
Den Sommer und den Maien,
Die Blümlein mancherleien.


Meine Klavierversion von diesem schönen Lied mit einer dorischen Melodie könnt ihr hier ansehen & ausdrucken:

D-dorisch & A-dorisch

Eure Sandra

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4 Gedanken zu „Volkslieder #1 – So treiben wir den Winter aus (mit kostenlosen Klaviernoten)

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